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Neues vom Orgelbau (20. Februar 2017)

Bogen zur Schwellkammer OrgelAuf der Empore gehen die Arbeiten voran: Die Wand der zukünftigen Schwellkammer ist in der ganzen Höhe geöffnet, ausgebessert und hat einen neuen Anstrich (Bild), fehlende Kabel für Daten- und Audioleitungen sind verlegt.
Das Podest für die Hauptorgel wurde noch einmal überplant. Es wird nun 28 cm hoch, in seinem Inneren verbergen sich mehrere Kreisläufe Orgelwind. Richtung Emporenbrüstung wird eine gleichmäßige Stufeneinteilung mit Beleuchtung für ein angenehmes und stolperfreies Erreichen der Sitzplätze sorgen. Um die mittige Standardposition des Spieltisches herum bleibt genügend Raum für Chöre und Instrumentalisten, alternativ auch für Gottesdienstbesucher, die dann in Zukunft unmittelbarer ins liturgische Geschehen eingebunden sind als zuvor.

In der Werkstatt von Orgelbauer Gaida in Wemmetsweiler (Saarland) ist die Positivlade umgearbeitet und fertig bestückt.

Aus der Werkstatt Februar 2017 (c) Thomas Gaida

Nach einer kleinen Umbesetzung umfasst sie nun die Register Holzgedackt 8, Quintadena 8, Rohrflöte 4, Sesquialtera II und Waldflöte 2. Ein weiterer Pfeifenstock für eine Zungenstimme bleibt noch frei, hier möchten wir zunächst die Intonation der Haupt- und Schwellwerkszungen  im Kirchenraum abwarten, bevor wir uns endgültig für die Bauweise der ergänzenden Klangfarbe entscheiden.
Damit der erste LKW gut gefüllt ist und man sich in der Werkstatt wieder besser bewegen kann, stehen und liegen auch die tiefen Pedalregister bereit. Mit Rücksicht auf den Platzbedarf bei Gottesdiensten und Konzerten beginnen wir mit dieser Phase erst nach Ostern.

Komplizierte SchaltvorgängeEin spannendes Abenteuer ist auch die Planung der beiden Spieltische.  Über 800 Schalter und zwei Displays pro Spieltisch müssen untergebracht und ergonomisch angeordnet werden. Komplizierte Schaltvorgänge (Bild) sollen einfach bedient werden können, an dieser Aufgabe arbeiten fünf Planer, die unterschiedliche Qualifikationen einbringen.

Bis zum Erklingen der ersten Pfeifen hat uns Ulrich Altmann, erster Vorsitzender des Orgelbau- und Fördervereins, seine private Digitalorgel zur Verfügung gestellt, damit nach den vielen Ausfällen des alten Instruments wenigstens die Finger der Organisten schon einmal warmlaufen können. An ihr werden dann auch die Veränderungen der Lautsprecheranlage in der Kirche getestet.

 

Mit einander beten und mehr - das Fratello-Projekt mit Obdachlosen (17. Februar 2017)

Fratello HamburgEs war ein Versuch, ein erster Start. Nach der großen Wallfahrt von Obdachlosen nach Rom im letzten November war eigentlich klar, dass es weiter gehen soll. Denn für viele, die dabei waren, die 70 Obdachlosen und die 30 Begleiter, haben erlebt, dass neben aller notwendigen materiellen Hilfe es zusammen mit Franziskus gelungen war, eine tiefere, menschliche und geistliche Dimension anzusprechen, sich als geistliche Menschen zu erleben und auf Augenhöhe zu begegnen. Papst Franziskus lädt auf Welt-Ebene künftig zu weiteren solchen Treffen einladen. Aber auf jeden Fall soll versucht werden, in Hamburg dran zu bleiben. Dazu sucht Pater Jan Roser SJ, der das Projekt in Hamburg seitens der Katholischen Akademie zusammen mit Hinz&Kunzt, der Caritas, den Maltesern und andern angestoßen hat, nun ein Team aufzubauen, das das entwickelt und voran treibt.
Fratello HamburgDies also ein erster Versuch. Kernstück des Nachmittags um 16 Uhr ist ein Gottesdienst im Kleinen Michel. Hier sind Obdachlose vor allem, aber auch alle anderen herzlich willkommen. Lieder und Stille, Hören und Sprechen, vor Gott im Gebet stehen und für sich Zeit haben - das ist für einen Fratello-Gottesdienst wichtig. In einem kurzen Impuls hat dieses Mal P. Martin Löwenstein SJ Gedanken zu der Erzählung von den Emmaus-Jüngern mit auf den Weg gegeben. Anschließend gab es eine kräftige Hühnersuppe im Saal; dabei ist eine Gruppe aus der Philippinischen Gemeinde mit eingestiegen. Und dann wurde für die Zukunft geplant. Drei Gruppen haben sich gebildet, immer gemischt mit Obdachlosen und Beobdachten: eine zur Gestaltung der Gottesdienste, eine zur Vorbereitung des Essens und der Räume und eine Gruppe für Inhalte bei den Treffen nach dem Essen. Letzteres können praktische, politische oder auch spirituelle Themen sein. Auf jeden Fall ist die Begeisterung da. Fratello 2.0 Hamburg geht an den Start.

Verliebte und solche, die es werden wollen (12. Februar 2017)

Valentins-Segen (c) Brigitte RühlandValentins-Segen (c) Brigitte RühlandDer Bischof Valentin dürfte seine Freude daran gehabt haben, dass viele gekommen sind, um den Segen auf seine Fürsprache zu erbitten: Dass Gott ihre Liebe behüte und stärke. Einzeln kommen die Paare - oder auch einzelne, die noch auf der Suche sind oder deren Partner nicht in Hamburg sein können - nach vorne. Sie können ein besonderes Anliegen im Gebet nennen und erhalten einen persönlichen Segen durch einen der fünf, die zuvor die Beauftragung erhalten hatten, den Segen zu spenden. Zwei besondere Akzente zu diesem Gottesdienst variieren von Jahr zu Jahr. Ein Paar erzählt von sich, und Künstler prägen die neunzig Minuten im Kleinen Michel.
ValentinDieses Jahr haben sich zwei zum Gespräch bereit erklärt, die demnächst mit einem besonderen Dispens des Bischofs heiraten wollen: ein in unserer Gemeinde engagierter katholischer Christ und seine Verlobte, die keine Christin ist, aber seinen Glauben respektiert und - durchaus mit wohlwollendem Interesse - begeleiten will, auch wenn sie selbst sich nicht zum christlichen Glauben in der Kirche hingezogen fühlt. Da dies in Hamburg  häufig die Realität von Beziehungen auch von Katholiken ist, hat dieses besondere Statement gut zum Kleinen Michel gepasst. Künstlerisch gerahmt und begleitet wurde der Valentinssegen von dem iranischen Violinisten Javad Sarempour  und der syrischen Sängerin Hana Alkourbah (vgl. pdf) sowie Antonia Schwoch am Klavier.

Wochenende der Erstkommunionkinder (12. Februar 2017)

35 Jugendliche aus den Gemeinden des Kleinen Michel waren zusammen zum Wochenende der Erstkommunionkinder unterwegs. Da das Andreashaus der KSJ in Büsum derzeit saniert wird, führte die Reise diesmal nach Uelzen-Oldenstadt. Dort bietet ein Jugendhaus des Kreises in zwei alten Gebäuden der ehm. Klosterdomäne ideale Bedingungen. Die Kinder und Jugendlichen, die sich in verschiedenen Gruppen der Philippinischen und der Deutschen Gemeinde auf die Erstkommunion vorbereiten, haben fast von Anfang an problemlos zueinander gefunden. Beide Gruppen bereiten sich nach dem selben Buch auf ihre Erstkommunion vor. Daher ist es leicht möglich, auch inhaltlich zusammen zu finden. In zwei Einheiten wurde über die beiden großen Themen gesprochen: Wie feiern wir die Hl. Messe und was ist für uns Christen die Bibel. Auch ein Schriftgespräch in Gruppen (über "Jesus und die Kinder") gehörte dazu. Am Samstag hat Pastor Schulz die ehemalige Klosterkirche, heute Lutherische Gemeindekirche, gezeigt. Am Sonntag wurden die Gruppe freudige und gastfreundlich von der Katholischen Gemeinde in Uelzen zu deren Eucharistie empfangen. Danke an alle, die als Begleiter und durch Spenden dieses Wochenende möglich gemacht haben.

HamburgCity - Arbeit an der neuen Katholischen Kirche für die Stadt (7. Februar 2017)

Wieder war der Kleine Michel Ort für den "Gemeinsamen Ausschuss" im entstehenden Pastoralen Raum "Hamburg City", in dem wir ab 2018/2019 mit vier Gemeinden zusammen eine neue Pfarrei bilden wollen. Es wird zunehmend konkret in der Planung, was uns künftig als katholische Kirche wichtig ist.
Im ersten Teil des Treffens wurde mit dem Hören auf die Heilige Schrift und einem Schriftgespräch über Lukas 10,1-12 (Die Aussendung der 72 Jünger) eine geistliche Grundlage für die folgenden Beratungen gelegt. Erst dann wurde den anwesenden Vertretern der Gemeinden das sehr ambitionierte Programm vorgelegt, das als Ausgangspunkt für die  Beratungen dienen soll. Die Hoffnung ist, dass jetzt nicht schon immer vorhandene Aktivitäten gegen Veränderungen abgesichert werden, sondern wirklich alle für das Ganze denken und von der Frage angegangen wird, wozu Gott uns als Katholiken in der Hamburger City ruft. Dazu hatte die Vorbereitung acht "Themen-Korridore" aufgemacht, wie etwas "Kultur" oder "Vertiefte Angebote zur Vermittlung und spirituellen Vertiefung des Glaubens". Die Teilnehmer konnten ihre Fragen und Beiträge auf große Bögen notieren, die jetzt vom "Lenkungsausschuss" ausgewertet und in Arbeitsaufträge für zu bildende Gruppen verwandelt werden sollen. Deren Ergebnisse können dann im nächsten Gemeinsamen Ausschuss beraten werden.

Patrozinium mit Erzbischof Stefan (5. Februar 2017)

PatroziniumPatroziniumDa ist ein Heiliger im Himmel, der zu uns gehört. Der Kleine Michel wurde, als er 1811 von der Lutherischen Michaelisgemeinde an die neue Katholische Gemeinde ging, dem Gründerbischof Hamburgs, dem Heiligen Ansgar (+865) geweiht. Sein Fest wird in Hamburg ökumenisch groß gefeiert, aber auch die Ansgarwoche des Erzbistums hat einen hohen Stellenwert, weil er der Patron auch des Bistums ist. Da liegt der Grund, warum wir bisher unseren Namenspatron nicht mit einem Fest gefeiert hatten. An den beiden Sonntagen zu Beginn und zum Abschluss der Ansgarwoche fand jeweils ein (Erz-/Weih-)Bischöflicher Gottesdienst im Mariendom statt, zu dem ausdrücklich alle Katholiken Hamburgs eingeladen waren (auch wenn nicht immer wirklich alle kamen).
Jetzt wurde dies auf den Sonntag zu Beginn der Woche verlegt und Erzbischof Stefan hatte angeboten, mit den Gemeinden vom Kleinen Michel das Patrozinium der Kirche zu feiern. Die festliche und feierliche und doch entspannte und freundliche Art, in der er mit den vielen Mitchristen feierte und ihnen in einer Predigt unseren Patron näher brachte, hat ihn als guten Nachfolger des einst aus der fernen Picardie nach Hamburg gekommenen Missionars erwiesen. Und wenn sein Besuch Anstoß für eine künftige Tradition ist, dann ist das ja auch ein sehr des Bischofs würdiger Dienst.

Mittagsgebet mit Orientalen und Erzbischof (1. Februar 2017)

Erzbischof Stefan war umringt von 16 Geistlichen der Orthodoxen und Orientalischen Gemeinden Hamburgs. Mit dabei waren auch die Ökumene-Referentin des Erzbistums, Veronika Pielken, Pfarrer Karl Schultz aus dem Vorstand der ACK und die beiden Priester im ukrainischen Ritus, die dem Erzbistum Hamburg zugehören, sowie Pater Jan Roser SJ als geistlicher Rektor der Akademie. Im Rahmen der Ansgarwoche ist es eine schöne Tradition, eine Sext miteinander zu beten und bei einem Mittagessen in der Katholischen Akademie sich besser kennen zu lernen. Das Gebet hat gewohnt gekonnt Norbert Hoppermann gestaltet und geleitet, so dass die Geistlichen so verschiedener liturgischer Traditionen sehr eindrucksvoll zu gemeinsamen Gebet und Gesang gefunden haben.

Jesuiten - historisch vs. lebendig - wie sie ticken (29. Januar 2017)

Wie ticken JesuitenDas Format war nicht ganz neu. Schon vor der Sanierung von Kirche und Akademiegebäude hatten wir einige Male zu einer Matinée nach dem Sonntagsgottesdienst in das Foyer der Katholischen Akademie eingeladen. Aber dieses Mal war es der Auftakt zu künftig häufigeren Veranstaltungen, zu denen sich der Kleine Michel mit der Katholischen Akademie verabredet hat. Geladen hatten die beiden. Gekommen waren fast 150 Gäste, darunter nicht nur Gottesdienst-Besucher, die nach der Messe (spontan) geblieben waren, sondern auch Gäste der Akademie, die sonst zu Abendveranstaltungen kommen, und denen jetzt diese eine Stunde am Sonntag Mittag offenbar eine gute Zeit war. Zudem mag der Gast und das Thema die Menschen gelockt haben: Prof. Dr. Markus Friedrich, Historiker von der Uni Hamburg und derzeit weltweit der führende Experte, wenn es um die Geschichte des Jesuitenordens geht, hat aus seiner Kenntnis der ersten Jahrhunderte die anwesenden lebenden Jesuiten in Fragen verwickelt: "Wie Jesuiten ticken". Ob die Zuhörer und Mit-Diskutanten am Ende wirklich mehr wussten, bleibt zu sehen; Vielleicht haben viele allem einen Eindruck mitgenommen, dass die Jesuiten immer schon vielfältiger waren, als ihre Selbst- und Fremdwahrnehmung glauben macht.

Jesuiten kommen und gehen (26. Januar 2017)

Wie ticken JesuitenDrei Jesuiten verlassen dieses Jahr die Kommunität am Kleinen Michel. Einer ist unersetzlich, einer wird vielleicht und einer sicher ersetzt. So ist das bei einem Orden, zu dessen Eigenart es gehört, offen zu sein für neue Aufgaben. Unersetzlich ist Pater Karl Treser SJ (Bild). Mit 93 Jahren war er Senior der Kommunität und mit seinem trockenem Humor und seiner menschlichen Art ein Mittelpunkt der kleinen Gemeinschaft von sieben Jesuiten. Da er mehr Hilfe in den täglichen Dingen braucht, als er hier bekommen kann, ist er in eine Kommununität der Jesuiten in Berlin gewechselt, wo im Bedarfsfall sogar Pflege möglich ist, die aber auch sonst auf ältere Menschen eingestellt ist. Er ist dort gut angekommen und aufgenommen worden. Da er schon seit über einem Jahr nicht mehr wirklich das Haus verlassen hat, wird er Hamburg nicht so vermissen, wie er in dem Berliner Haus einen schönen Garten genießen kann. Vielleicht ersetzt wird im Herbst Frater Michael Schenke SJ; er hat sein zweijähriges Praktikum in der KSJ Hamburg beendet und wird sein Studium fortsetzen. Ob ein anderer Jungjesuit zum Praktikum nach Hamburg kommen wird, entscheidet sich in den kommenden Monaten. Sicher ersetzt wird P. Martin Löwenstein SJ, der am 2. Juli verabschiedet wird um in Bonn eine neue Aufgabe zu übernehmen. Der Jesuitenorden hat dem Erzbischof einen Nachfolger vorgeschlagen, den dieser in den kommenden Wochen kennen lernen will, um über diese Personalie zu entscheiden.

Empfang für die Ehrenamtlichen (13. Januar 2017)

Wie ticken JesuitenEinmal im Jahr lädt der Pfarrer alle ein, die sich an so vielen Stellen am Kleinen Michel ehrenamtlich engagieren. Es gibt kleinere Treffen für die französische, philippinische und Manresa-Gemeinde. Beim Neujahrsempfang sind die gut 100 Leute eingeladen, die sich für Gruppen, Gebete, Liturgien, Räume, Verwaltung und vielfältige Veranstaltungen engagieren. Immer ist die Erfahrung: Die Gäste kennen sich unter einander nur zum Teil, und so war der Abend nicht nur ein Anlass für Pater Löwenstein sich mit einer von ihm gekochten Suppe und leckerem Essen vom Italiener und persönlichen Worten zu bedanken. Es sind diese vielen Mitchristen, die möglich machen, was Kleiner Michel ist: Kirche in Vielfalt und dabei mit einander katholisch.

Pfarrgemeinderat zum Jahresbeginn (10. Januar 2017)

PfarrgemeinderatFünf bis sechs mal im Jahr tritt der Pfarrgemeinderat (PGR) auf Einladung seines Vorsitzenden Peter Herbst zusammen. Er setzt sich aus den 10 gewählten Mitgliedern der Gemeinden vom Kleinen Michel zusammen, die 2015 gewählt worden waren. Die gehören zur deutschen, französischen oder philippinischen Gemeinde und decken recht gut das Spektrum der Erfahrungen und Aktivitäten am Kleinen Michel ab. Außerdem wurden zwei Vertreter der Jugendlichen berufen, ein Mitglied des Kirchenvorstandes entsandt, und gehören die hauptamtlichen Seelsorger dazu. Da die Sitzungen normalerweise öffentlich sind, kommen auch immer gerne Gäste hinzu.
Der PGR ist daher ein guter Ort um Fragen zu besprechen und zu planen, die das Ganze des Kleinen Michel betreffen. Dieses Mal war Norbert Hoppermann als Musiker dazu gekommen, um mit dem PGR zu überlegen, welche Chancen die neue Orgel für die Gestaltung der verschieden geprägten Gottesdienste und darüber hinaus bringen wird. Wenn ab Herbst die ersten Register bereits gespielt werden können, gilt es die Menschen mitzunehmen, damit es wirklich ein Instrument für alle wird, Mitglieder der Gemeinden, Besucher von spirituellen und kulturellen Veranstaltungen, aber auch für Gäste und Touristen, wenn etwa die Orgel regelmäßig automatisch am Mittag um 12 Uhr nach dem Angelus-Läuten ein zuvor eingespieltes Stück spielen könnte.
Darüber hinaus hat der PGR die Erfahrungen der letzten Weihnachtsgottesdienste zusammen getragen und evaluiert und auf das neue Jahr voraus geblickt. Da kommen auch die Strukturveränderungen in den Blick, die uns im Rahmen der Entstehung des Pastoralen Raumes bevorstehen und die eine Chance bieten, sich als katholische Kirche in der Hamburger Innenstadt neu aufzustellen.

Anbetung an der Krippe (8. Januar 2017)

Weit hinten in der Kirche hatten die Figuren der drei Sterndeuter den Weg begonnen zur Krippe mit dem Kind. Seit einigen Jahren wird über die Tage von Weihnachten bis Epiphanie ein Weg aus Jute und Kies gestaltet, auf dem die drei Weisen immer wieder ein Stück voran rücken. Heute nun sind sie vorne angekommen und wurden in den Sonntagsgottesdiensten die Segens-Zeichen geweiht, die die Christen in ihre Häuser mitnehmen. Und im Gottesdienst der Philippinischen Gemeinde traten noch einmal die Kinder als Sternsinger auf, die zwei Tage zuvor in der HafenCity unterwegs waren. Da huldigen sie nun einmütig mit den Holz-Königen dem Kind in der Krippe, bevor diese zum Abend hin abgebaut wird, weil die Weihnachtszeit zu Ende geht. Nur der Stern hoch oben im Kirchengewölbe soll noch bis zum früheren Ende des Festzyklus, dem 2. Februar, verbleiben.

Eisiger Pilgerweg (7. Januar 2017)

In Ratzeburg laden sie dieser Tage ein zum "Eisvergnügen". Mitten auf dem Marktplatz steht ein Zelt über einer künstlich angelegten Eisbahn. Für den heutigen Tag hätte man sich den Aufwand sparen können. Ein nebliger Nieselregen über frostigem Boden hat die ganze Gegend in eine einzige Eisbahn verwandelt. Und das an dem Tag, an dem die Manresa-Leute stolz verkündet hatten: Pilgerweg bei Wind und Wetter. Von nichts wollte man sich schrecken lassen.
In der Tat haben sich 14 tapfere Pilger aufgemacht. Mit geistlichen Impulsen entlang der biblischen Erzählung von der Huldigung der Sterndeuter wurde der Weg entlang des Ratzeburger Sees zum Ort der geistlichen Betrachtung.
Die erste Etappe ging noch gut. Zu einer Pause bei heißem Tee und Kaffee machte die Gruppe nach etwa 9 km in Pogeez Station (Das Schild auf dem Bild haben die freundlichen Gastgeber aufgestellt und weist den Weg zu heißen Getränken). Bei der zweite Etappe aber wurde die Konzentration bereits von dem biblischen Impuls auf die Frage umgelenkt: Wie vermeide ich auf dem Eis der Länge nach auszurutschen. Und als die Gruppe an der Seespitze im Norden angekommen war, wurde von der Pilgerleitung ohne Widerspruch aus der Gruppe verkündet: Wir gehen auf Nummer sicher und auf der selben Westseite des Sees wieder zurück. Die folgenden gut vier Kilometer waren denn nur noch ein Schlittern, denn selbst der Sand- und Kiesweg war von einem Eispanzer überzogen und nur auf der Grasnarbe am Rand konnte man sich noch bewegen. So fand wieder zurück in Pogeez die Wallfahrt nach nur 18 km - statt der geplanten 24 km - ihr Ende. Ein Linienbus, der tatsächlich pünktlich fuhr, brachte die Teilnehmer zur Kirche St. Answerus in Ratzeburg, wo der für unterwegs geplante letzte Impuls eine Meditationszeit einleitetete und eine Eucharistiefeier den geistlichen Teil des Tages beendetete.

Königliche Gesandtschaft in der HafenCity (6. Januar 2017)

SternsingerSternsingerSternsingerZum ersten Mal seit Jahren zogen wieder Sternsinger vom Kleinen Michel los. Früher hatten sie Wohnhäuser in der Neustadt besucht. Weil das nur am Abend ging, wenn die Bewohner zu Hause sind, war es immer schwerer Kinder dafür zu finden, da ja die Familien am Kleinen Michel aus dem ganzen Stadtgebiet kommen. Jetzt aber wurde sozusagen die "Zielgruppe" gewechselt. Durch das Ökumenische Forum gibt es Kontakte zu vielen Firmen und Institutionen in der HafenCity, die sich über einen Besuch freuen. Und da der 6. Januar dieses Jahr zugleich noch in den Schulferien lag, stand dem nichts entgegen, dass eine großes Schar loszog.

SternsingerSternsingerSternsingerSternsingerPastorin Corinna Schmidt vom Ökumenischen Forum gab den jungen Segensbringen ihre Gebete und einen Segen mit auf den Weg. Und zum Abschluss konnten die Kinder beim Empfang im Rathaus mit dem Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Olaf Scholz, und Carola Veit, Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, dabei sein und ihre Wünsche überbringen: Christus Mansionem Benedicat! Christus segne dieses Haus.

Die neue Orgel: Arbeiten vor Ort beginnen (6. Januar 2017)

Empore gesperrtDie ersten Vorboten der Arbeit an der neuen Orgel machen sich bemerkbar. Während in der Werkstatt im Saarland vor allem an dem Spieltisch gearbeitet wird, haben auf der Empore im Kleinen Michel die Vorarbeiten begonnen. Die Tür zur Kammer im Süden der Empore wird nach oben hin vergrößert. Hier entsteht eine Kammer voll mit Orgelregistern, die über Holz-Lamellen (Schwellwerk) mehr oder weniger stark von der Kirche aus zu hören sein werden. Wegen der dafür notwendigen Abbrucharbeiten und weil in den kommenden Wochen die Vorbereitung am Boden der Empore beginnen, ist ab sofort diese für normale Besucher gesperrt und muss die Gemeinde in den Bänken unten zusammenrücken. Wahrscheinlich wird es sinnvoll werden für die Zeit, in der die Sitzplätze oben nicht zur Verfügung stehen, unten zusätzliche Stühle neben und hinter die Bänke zu stellen. Auf jeden Fall wird sich die Zahl der Sitzplätze oben von über 100 auf unter 60 verringern, wenn dort erst die Orgel im Sommer 2018 fertig sein wird.

Pfarrerwechsel am Kleinen Michel im Sommer (1. Januar 2017)

In den Neujahrsgottesdiensten berichtete Pater Martin Löwenstein der Gemeinde von Entscheidungen, die uns kurz vor dem Fest ereilt haben: „Vierzehn Tage vor Weihnachten rief mich Pater Provinzial aus München an, bei den Jesuiten so etwas wie der Chef deutschlandweit. Er erklärte, dass kommendes Jahr einige Versetzungen anstehen. Es sollte auch mich betreffen. Daraufhin hat es einige Gespräche mit Jesuiten hier und in Süddeutschland gegeben. Für mich (und die anderen Jesuiten hier) war klar, dass eine Versetzung jetzt, nach nur sechs bis sieben Jahren, für die Arbeit hier nicht so sinnvoll sei - und daran, dass ich sehr, sehr gerne in Hamburg bin, besteht ohnehin kein Zweifel. Das alles hat der Provinzial gehört, dann aber doch nach übergeordneten und überregionalen Gesichtspunkten anders entschieden, wie das bei Jesuiten oft so ist. Ich werde also im Sommer 2017 abgelöst."
In seiner Neujahrspredigt (neujahr.kleiner-michel.de) hatte Pater Löwenstein zuvor versucht, den geistlichen Hintergrund deutlich zu machen. Die Ordens-Gemeinschaft der Jesuiten ist vor 475 Jahren gegründet worden, um flexibel der Kirche dienen zu können. Immer konkret "den Seelen helfen" und dabei doch nicht an einen Ort gebunden zu sein, ist immer das Spannungsfeld für die Arbeit von Jesuiten. Wichtig ist ihnen die innere Bereitschaft, sich senden zu lassen und sich darin den zuständigen Oberen anzuvertrauen. Die Treue zu dieser Berufung ist für Jesuiten wichtig, denn geistlich drückt sich darin die Bereitschaft aus, immer neu offen zu sein für den Ruf durch Christus in seiner Kirche. So war es auch hier: Deutlich die eigene Einschätzung der Situation und der Bedürfnisse in Hamburg im Gespräch mit den Oberen zu benennen, war Voraussetzung dafür, dass am Ende von dem entschieden werden konnte, der auch die Situation an anderen Orten berücksichtigen musste.
Dabei soll die Arbeit der Jesuiten am Kleinen Michel nicht leiden müssen. Pater Löwenstein schloss daher die Mitteilung "Ein großer Trost ist mir dabei, dass der Orden einen richtig guten, für die Aufgaben hier sehr geeigneten Mitbruder ausgewählt hat, der sich auch sehr darauf freut. Er wird jetzt dem Erzbischof von Hamburg vorgeschlagen, der zustimmen muss; erst dann kann der Name veröffentlicht werden. Aus entsprechenden Gründen kann ich leider auch noch nicht mitteilen, wohin es mich verschlagen wird.“
Nachtrag: Am 12. Januar 2017 hat das Aloisiuskolleg (Ako) in Bonn Bad Godesberg veröffentlicht, dass er neuer Kollegsleiter dort werden soll. Damit ist das auch in Hamburg mitteilbare Nachricht. Der bisherige Rektor des Ako, P. Johannes Sieber SJ, wird im Juni neuer Provinzial der deutschen Jesuitenprovinz. Pater Löwenstein wird am 2. Juli beim Sommerfest am Kleinen Michel verabschiedet und beginnt nach den Sommerferien in Bonn.