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Taufregister

ab 1816

Beispiel von 1819


Trauungsregister

ab 1816

Beispiel von 1816


Sterberegister

ab 1816

Beispiel von 1944


Vermächtnisse

ab 1700

Beispiel von 1788/89

Beispiel von 1844/1861


Protocolle
der Armenkasse

1849 - 1923

Beispiele von 1849-53

 

Historisches

aus dem

St. Ansgar- Archiv

 

Dieses

Tauf-Register

der katholischen Kleinen Michaeliskirche entstand in den Jahren 1816 - 1829 unter dem Kirchenvorsteher Pfarrer
Phillip Kösters


 

Beispiel eines 1819
verzeichneten Taufaktes:

Numero. 51 (S.26)
nennt als Vater des
Täuflings:

Johann Jacob
Mathies

aus
Danzig
.

nach oben
Taufbuchauszug Brück
 

In den nächsten zwei
Spalten sind

Wohnort
:
Petersstraße
Michaelsenhof

Gewerbe des Vaters:
Schuhmacher

Name der Mutter:
Anna Cornelia
geb. Brück

notiert.

 

Taufbuchauszug Brück  

Es folgen

Geburtsort der Mutter:
Hamburg.

Vornamen und
Geschlecht des getauften
Kindes:

Johann Heinrich August, männl.
Geschlechts.

 

Die anschließenden Einträge:

Tag und Stunde der Geburt des Täuflings:

Drei und zwan-
zigster Julius. Abends halb
elf Uhr.

und

Tauftag:
Neun und zwan-
zigster Au-
gust."

 

Die zwei letzten Spalten
sind reserviert für die

Taufzeugen:

1. Margareth Henriette Brück

2. Anna Maria Riegen

3. -

und den Namen des taufenden Pastors:
Ph. Kösters
(Phillip Kösters)

 
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Ebenfalls seit Beginn des
Jahres 1815 werden die

Trauungen


im katholischen
Kleinen Michel in gebundenen Registerbüchern aufgenommen,
die damals unter der Bezeichnung

Proclamations- und Copulations-Register

geführt wurden.


 

Im Jahr 1816 sind unter
Numero 6.

zunächst die Personalien
des Bräutigams verzeichnet:

Heinrich Franz Dittmann

gebürtig aus Ladenburg

Alter 26. sechsundzwanzig

Wohnung Mühlenbrücke Nr 41

Gewerbe Caufmann

nach oben
Trauregister
 

Anschließend:
Vor- und Zunamen der Eltern
des Bräutigams:


Vater Lothar Franz
Dittmann

Mutter Henriette Ger-
stenmeier

In den nächsten Spalten folgen:

Vor- und Jungfer-Namen der
Braut

Caroline Dorothea
Vernunft

gebürtig aus Hamburg

Alter /19/ neunzehn Jahre

Wohnung Mühlenbrücke 41.

Trauregister

 


nächste Spalte Witwe/
Jungfer Caroline Dorothea :


Vor- und Zunamen der
Braut Eltern:

Vater Joachim Heinrich Vernunft

Mutter Carolina Ma-
ria Hoffmann

Datum der Verkündung (Proklamation):
Vierter (4.) August

und das der Trauung (Kopulation):
11. (Elfter) August 1816.

Unterzeichneter Geistlicher: Pastor Kösters

Trauregister  
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In den

Leichen - Registern

finden sich nicht nur Namen, Stand
und Alter der Verstorbenen.
Auch die Ursache des Ablebens
hatten die Geistlichen vermerkt,
so weit dies nachvollziehbar war.
So sind diese Dokumente ein
Spiegel unterschiedlicher Epochen
mit gesellschaftlichen Umbrüchen und
Katastrofen, wie Seuche oder Krieg.

Z. B. wurde in den Jahren der
Cholera - Epidemie 1892/93
oft diese Seuche als
Todesgrund notiert.
In der Zeit des zweiten Weltkrieges
(1939-1945) findet sich dagegen
auffallend häufig mit Kriegs- und
Vernichtungshandlungen
einhergegangene äußere Gewalt
als Todesursache,
wie der unten angefügte Auszug aus
dem Jahr 1944 beweist
.

 
Sterberegister 1944, Seite 6  
lfd. Nr. 18 Verstorbene: Thomas Amalie, geb. Kalus, wohnhaft: Thalstr. 67 St.1/geb. 20.April 1886 in Oppeln vestorben: Im Bunker Reeperbahn am 29.Juli 1944 / beerdigt: 7. August Friedhof Ohlsdorf Welche Sterbesakramente hat der Verstorbene empfangen? Nicht versehen, da beim Fliegerangriff tödlich verunglückt Unterschrift des Kirchenbuchführers: Klüsener Pastor 7. August 1944  
lfd. Nr.19 Verstorbene: Bichels Pauline, geb. Ludwig, Ehefrau, wohnhaft: Schopenstehl 24.geb. 11.November1889 in Bremitz Kreis Leobschütz/ Ehemann: Hans Bichels verstorben: Allg. Krankenhaus St. Georg 2. August 1944, beerdigt: 9. Ohlsdorf Sterbesakramente: Bei vollem Bewußtsein mit den hl. Sakramenten versehen/ von St. Marien Hamburg Kirchenbuchführer: Klüsener Pastor 9. August 1944  
lfd. Nr. 20 Verstorbener: Bernhard Niestabek, Maschinenkampfgefreiter wohnhaft: Erichstr.30 - verheiratet / geb. 12. April 1903 in Halle / Eltern: Simon Niestabek, Luise Charlotte Niestabek geb. Walther verstorben: Gefallen am 14. Juni 1944 auf See Sterbesakramente: Auf See gefallen Kirchenbuchführer: Klüsener Pastor 11. September 1944  

lfd Nr. 21

Verstorbene: Herrmann Karoline geb. Winterstein, Ehefrau, wohnhaft: Hamburg Marienstr. 39./ Geboren: 5. April 1919 in Bochum/ Eltern: August Winterstein, Berta Winterstein geb. Weiss verstorben: Auschwitz 29.Sept. 1943, beerdigt: 2. Oktober Altona Diebsteich Sterbesakramente: Nicht bekannt da in Auschwitz gestorben Kirchenbuchführer: Klüsener Pastor 2. Oktober 1944  

 


Pfarrer Klüsener

Pfarrer Klüsener

Pfarrer Klüsener hatte während der Kriegsjahre als Pastor
der St. Ansgar -
Gemeinde den "Hamburger Feuersturm" von 1943 und die Zerstörung des Kl. Michels 1945 überstanden. Ein halbes Jahr nach Kriegsende brach er auf einem Seelsorgswege zusammen.
Ein Herzinfarkt hatte ihn ereilt
.

 
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Das rechts abgebildete

Vermächtnisbuch

stammt noch aus der Kapelle der kaiserlich - österreichischen Gesandschaft am Neuen Wall, die bis 1811 die einzige Möglichkeit für Hamburger Katholiken bot, Gottesdienste nach katholischem Ritus abzuhalten. Die darin befindlichen Testamente und Vermächtnisse reichen zurück bis zum Jahr 1700 und sind zum großen Teil noch in lateinischer Schrift verfasst.

Vermächtnissbuch

 

Beispiel

eines Vermächtnisses vom 1. Januar 1789, dessen Inhalt zuvor, am 25. July 1788, in Form eines Kämmereibriefes bei der Stadtkämmerei verzeichnet wurde:8.Hamburg erster Jan 1789 13.Banco 2000 Courantmark bey der Löblichen Cämmerey dieser Stadt auf immerwährende Zinsen jährlich den 25 July fällige Zinsen von 2 1/2 pro Centum, laut Kämmerey-Brief dato Hamburg g 25 July 1788Folio j9 Litra D.Obgedachter Kämmereybrief steht auf Frau Anna Maria Brentano gebohrene Evrard Testaments Nahmen geschrieben, und sollen Zinsen aljährlich an ihrem jährlichen Sterbe Gedächtnis-Tage, in hiesiger kayserlicher Gesandschafts Capelle unter die Hamburgischen Katholischen Armen welche dabey erscheinen, ausgeteilet werden.

 

Kämmereibrief  

Beispiel 2

Das
Katholische Kirchenblatt
für die Nordischen Missionen
(gegründet Mai 1861)


hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die im norddeutschen Raum "über viele Ländergebiete zerstreuten Glieder der katholischen Kirche näher zu verbinden und die Verhältnisse und Bedürfnisse ihrer Gemeinden in angemessener Weise zur Sprache zu bringen".

Dazu gehörten auch die Ankündigungen von Jahresseelenmessen, die am Sterbe - und Gedächtnistage verstorbener Stifter gehalten wurden, hier für die verstorbene
Witwe Katharina Elisabeth Liebisch.

Bedürftige, die zu diesen Messen erschienen, erhielten Almosen, die aus den Zinsen der Vermächtnissumme gezahlt wurden.

In der Vorankündigung unter der Anzeigen-Rubrik (siehe rechts )
Kirchliche Anzeigen - Hamburg
wurde extra darauf hingewiesen, was in der Regel die Anwesenheit von Kirchgängern an den Gedächtnistagen sicherte.

P.S.
Der Kleine Michel war die einzige katholische Kirche in Hamburg zu jener Zeit. Altona, mit der Katholischen St. Joseph - Kirche gehörte noch nicht zum Stadtgebiet, sondern zu Dänemark.

 

Ausschnitt von kirchenblatt  

 

Auszug aus dem Leichen - Register:

Witwe
Catharina Elisabeth Liebisch
aus Bergedorf

am 1. April des Jahres 1844
mit 89 Jahren
.

Damals war ihr Sohn, der Kaufmann Johann Jacob Liebisch (junior) 50 Jahre alt.

Die Beerdigung fand am 6. April auf dem katholischen Kirchhof,
(dem damaligen Dammtorfriedhof) statt.

anschauliche Darstellung des Sterbebucheintrages  

 

Das Vermächtnis der Witwe Liebisch hatte Gerhard Harling, Pastor am Kleinen Michel von 1887-1897, erst im September 1896 zusammen mit den seit 1811 angefallenen Urkunden in einem "Anniversarien - Buch" zusammengestellt. Ihm unterlief dabei auch der ein oder andere Fehler, wie beim Sterbetag der Witwe Liebisch, den er vom 1. auf den 2. April setzte.

Protollbuch III pag.41 " der Vorsteher Liebisch referiert, daß seine Mutter, die verstorbene Frau Ww J.J. Liebisch, nachstehende Vermächtnisse an die Kirche und Armenkasse übertragen habe: Spm. 1000 zu 4 % Zinsen der Kirchenkasse mit der Verpflichtung, alljährlich an ihrem Sterbetage, den 2. April, zwei Seelenmessen lesen zu lassen, wofür die Herren Pastores jeder

Crtm. 3...= ...................6 Crtm.

der Küster Crtm. 2...= ..2 "

Meßdiener Crtm 0,8...= 0,8 "

Lichter.........." 3...= ......3 "

zusammen..........Crtm. 11,8 ....zu entrichten, der Rest von Crtm. 28,8 aber an die Kirchenkasse zu entrichten. Spm. 1000 zu 4% Zinsen an die Armenkasse mit der Verpflichtung, am 2. April als am Sterbetage 15 Crtm (fünfzehn Mark Courant) an die Armen zu vertheilen und den Rest der Armenkasse zufließen zu lassen." Diese letzten Spm. 1000 haben mit dem Anniversar an sich nichts zu thun. Vorstehende Stipendienverteilung dürfte als Willensentschluß der Schenkgeberin anzusehen sein, da man annehmen darf, daß ihr Sohn, als Kirchenvorsteher mit den im Kollegium üblichen Sätzen bekannt, bei der Gründung der Stiftung mitgewirkt habe und Mutter und Sohn früher gemeinsam eine gleiche Stiftung und Bestimmung des Stipendiums (...Nr.14) für den verstorbenen Joh. Jac. Liebisch sen. gemacht haben.

 

 
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Mit großer Akribie wurden seit Mitte des 19. Jahrhunderts in der Hamburger St. Ansgar - Gemeinde die

Protocolle
der Armencasse

geführt. Ein Gremium aus Kirchenvorstandsmitgliedern und Geistlichen entschied dabei über die Verwendung der zum Zweck der Armenunterstützung gesammelten Gelder. Die Protocolle enthalten eindrucksvolle Berichte kirchlicher Sozialarbeit im 19. Jahrhundert. So finden sich jährliche Auflistungen von Ausgaben, die den Kindern verarmter Eltern der Gemeinde zukamen.

 

Armenprotokollbücher  

Beispiel

Wie in dem rechts stehenden Beispiel ersichtlich, hatte man genau vermerkt, welche Familie in welchem Monat was für Kleidungsstücke zu welchem Preis erhielt.

Armenprotokoll

 

 

Auch in Not geratene Einzelpersonen wurden nach Beratung der "Armendeputierten" von Fall zu Fall unterstützt.Vom 1. November 1849 stammt der rechts abgebildete Bericht:

"Der Armenpfleger in St. Pauli,Herr von Halen kam zu Herrn Pastor Brüning und sagte, daß dort in der Reeperbahn eine alte Wittwe katholischer Religion namens Auguste Heider wohne, die übrigens selten ihre Wohnung verließe, sie wohne aber ihren Umständen nach, auf eine zu hohe Miethe, weshalb die dortigen Armenpfleger bereits für eine billigere Wohnung gesorgt hätten. Diese Frau nun würde so weit versorgt, daß selbige von unserer, der Katholischen Gemeinde Seite, keiner weiteren Unterstützung bedürfe, doch sey sie noch 16 Mark 8 Schilling für rückständige Miethe schuldig, sie habe zwar noch einiges Mobiliar, was aber, wenn es zur Deckung dieser Schuld verkauft werden sollte, voraussichtlich nur einen geringen Ertrag liefern würde, daher gehe sein Gesuch dahin, dieser Frau aus unserer Armen - Kasse ein für allemal einen Beitrag von 12 Mark zu bewilligen, wo er alsdann das noch fehlende zulegen würde. Diese 12 Mark wurden dann auf Antrag des Herren Pastor Brüning bewilligt, welcher auch die Güte hatte, die Besorgung davon zu übernehmen."

B. Brüning, P; J. Tiefenbacher

Vorst. Laurezorri. Scheveling Pastor.

 

Armenprotokoll  

 

1852 Januar 20.

"Zwei Waisenkinder, Johann Joseph Hase, geboren den 1. Juni 1839, und Johanna Dorothea Margarethe Hase, geboren den 11. März 1841, wurden durch Vermittlung der Herren Pastor Brüning, der Knabe bei Herrn Rau, und das Mädchen bei Herrn Schröder in Kost gebracht, und dagegen für jedes Kind so lange selbiges unsere Schule besucht, vierteljährlich drei Mark Courant aus unserer Armenkasse bewilligt."

Joseph Tiefenbacher

 

Armenprotokoll  

 

(Auszug aus S.31 unten)

1853. September 14.

"Die Wittwe Bermann, die nach ihren Angaben als Krankenwärterin sich und ihr Kind zu ernähren sucht, dabei aber selbst Brustleidend sey, machte die Aussage, daß sie, um die Kosten des Begräbnisses ihres verstorbenen Mannes bestreiten zu können,..."

(S. 32 oben)
"...sich in die Nothwendigkeit versetzt gesehen habe, ihre besten Kleidungsstücke etc. als Pfand wegzugeben. Der Termin zu deren Einlösung wäre jetzt aber nahe, und bei der Unmöglichkeit, das dazu erforderliche Geld zu erübrigen, wäre sie der Gefahr bloß gegeben, daß ihre Sachen verkauft würden, so daß sie dann nicht mehr im Stande wäre sich so zu kleiden, wie jede Herrschaft verlangt, daß die in ihrem Dienst Stehenden gekleidet seyn sollen und sie somit ihren ganzen Erwerb verlieren würde. In dieser Bedrängniß wandte sie sich an unsere Armen-Deputation mit der Bitte, ihr 18 Mark zu leihen was die Herren der Deputation ihr dann auch bewilligten, unter der Bedingung, daß sie dieses Geld, so bald es ihr möglich sey wieder zurück erstatte, daß indessen die von ihr bis jetzt provisorisch bezogene halbjährliche Miete-Unterstützung von 4 Mark 8 Schilling so lange zurück behalten werde, bis benante 18 Mark getilgt sind."

W.Schweveling Pastor J. Tiefenbacher

 

Armenprotokoll
Armenprotokoll
 
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