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Erzbischof Dr. Eduard Profittlich SJ

Erzbischof Dr. Eduard Profittlich

geb. am 11. September 1890
in Birresdorf bei Remage
Am 22. Februar 1942 auf ungekärte Weise
im Gefängnis in Kirow / Sibirien gestorben.

Ältere Gemeindemitglieder der St. Ansgar-Gemeinde/Kl. Michel erinnern sich vielleicht noch an den Polenseelsorger und Kaplan Eduard Profittlich, der einst in ihrer Pfarrei aushalf.

Eduard Profittlich wurde 1890 in Birrensdorf bei Remagen im Rheinland geboren. 1911 trat er in das Priesterseminar in Trier ein und schloss sich nach dem ersten Weltkrieg dem Jesuitenorden an. Er studierte in Maastricht/Holland und in Krakau/Polen, wo er 1924 Magister der Philosophie und Doktor der Theologie wurde.

Von 1927 bis 1930 war er als Polenseelsorger in Hamburg und lebte im Pfarrhaus des Kleinen Michel, wo er die Fastenpredigten hielt und als zusätzlicher Kaplan in der deutschen Gemeinde aushalf.

1930 wurde er nach Estland versetzt, wo er ein Jahr als Pfarrer in Reval (heute Tallinn) tätig war. 1931 wurde er zum Apostolischen Administrator für Estland ernannt und 1936 zum Bischof geweiht mit dem Titel eines Erzbischofs.

1939 wurde zwischen Hitler und Stalin der so genannte Molotow-Ribbentrop-Pakt geschlossen. Danach mussten alle Deutschen Estland verlassen, bevor die Russen es besetzten. Erzbischof Profittlich beschloss, in Estland zu bleiben.

Am 8. Februar 1941 schrieb er in seinem letzten Brief an seine Verwandten:

"Obwohl - menschlich gesprochen - die Zukunft nicht gerade angenehm sein wird, habe ich doch den Entschluss gefasst, hier zu bleiben. Es geziemt sich ja wohl, dass der Hirte bei seiner Herde bleibt und mit ihr Freud' und Leid gemeinsam trägt."

Am 26. Juni 1941 wurde der Erzbischof von den Sowjets verhaftet und nach Sibirien geschickt. Dort wurde er in einem Schauprozess am 21. November 1941 zum Tod durch Erschießen verurteilt. Über seinen Tod gibt es keine zuverlässige Nachricht. Von den Russen wurde später erklärt, er sei am 22. Februar 1942 im Gefängnishospital in der Stadt Kirow im Ural gestorben.

Für Erzbischof Profittlich wurde inzwischen durch die katholische Kirche in Russland der Seligsprechungsprozess eingeleitet.

 

Buch über Erzbischof Dr. Eduard Profittlich
im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek:

Titel: Erzbischof Eduard Profittlich und die katholische Kirche in Estland 1930 - 1942 / Lambert Klinke. Mit einem Geleitw. von Erwin Josef Ender
Verfasser:
Klinke, Lambert
Verleger:Ulm : Hess
Erscheinungsjahr:
c 2000
Umfang/Format:
228 S. : Ill. ; 20 cm
Gesamttitel:
Texte zum Ost-West-Dialog ; 16
Hochschulschrift:
Zugl.: Gießen, Univ., Magisterarbeit, 1999
ISBN:
3-87336-026-8

 

Link zum Eintrag bei wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_Profittlich

Link zum Beitrag:
Eduard Profittlich, ein Bekennerbischof aus Birresdorf von Ottmar Prothmann
http://www.kreis.aw-online.de/kvar/VT/hjb1992/hjb1992.16.htm

Link zum Beitrag über die Katholische Kirche in Estland
http://de.wikipedia.org/wiki/Katholische_Kirche_in_Estland

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Pfarrer Dr. Dr. Bernhard Schwendtner
Pfarrer Dr.Dr. Bernhard Schwentner

 





geb.: 28.9.1892 in Schwerin
Gestorben: am 30.10.1944
in Brandenburg um 12:30 Uhr.

Am 28.09.1891 wurde er in Schwerin geboren, ging dort zur kath. Volksschule und legte das Abitur am städtischen Gymnasium ab. In Münster studierte er kath. Theologie und wurde am 07.03.1914 am Osnabrücker Dom zum Priester geweiht. Seine erste Stelle trat er als Vikar an der St.-Marienkirche in Hamburg - St. Georg an. Im ersten Weltkrieg war er als Militärgeistlicher unter den Soldaten an der Front.

Nach dem ersten Weltkrieg kam er dann als Vikar an unsere St. Ansgar-Kirche ("Kleiner Michel"). In dieser Zeit promovierte er in kath. Theologie an der Universität Münster. Vom Bischof wurde er wegen seiner wissenschaft-lichen Interessen an die Päpstlicher Universität Gregoriana nach Rom geschickt, um dort den Doktortitel zu erwerben (1920). Für 7 Jahre diente er dann der Gemeinde Friedrichstadt (heute Pfr. Husum) in Schleswig-Holstein.

Zum 30.03.1927 ernannte ihn der Bischof zum Pfarrer von Neustrelitz. Die Gemeinde war damals territorial bedeutend größer als heute, wobei es erheblich weniger Katholiken im Lande gab. In Neustrelitz gehörte er wegen seiner Rechtschaffenheit und Gradlinigkeit zu den geachteten und angesehenen Bewohnern der Stadt. Neben seiner Tätigkeit als Gemeindepfarrer sorgte er sich besonders um die Soldaten und Offiziere der recht großen Neustrelitzer Garnison. Im Auftrag des Osnabrücker Bischofs trug er für ganz Mecklenburg als Dechant auch Verantwortung über die Pfarrgrenzen hinaus.

Den Nazis war er ein "Dorn im Auge". Ein von der Gestapo bestellter Spitzel kam unter dem Vorwand eines seelsorglichen Problems zu Pfarrer Schwentner. Die von ihm gegebenen Antworten waren nicht staatsfeindlich - dennoch wurde er am 21.10.1943 verhaftet und verbrachte die ersten Monate im Gefängnis Alt-Strelitz (bis zum 08.05.1944). Es hat ihn am meisten belastet, dass er völlig der Willkür ausgesetzt war und keinerlei Mittel zu seiner eigenen Verteidigung wirksam werden konnten. Gerade als sehr rechtlich denkender und ausgebildeter Mensch litt er sehr unter dieser Rechtlosigkeit. Zunächst war er deswegen im Gefängnis sehr niedergeschlagen. Beschämend war, dass die ehemaligen Freunde und Bekannten Schwentners unter den Offizieren und Honoratioren der Stadt sich nicht für seine Freilassung einsetzten - er war ein Verfemter, für den sich niemand verwenden wollte. Langsam ergab er sich in dieses bittere Schicksal und gewann Hoffnung und Zuversicht aus dem Glauben zurück. Der Osnabrücker Bischof W. Berning bemühte sich vergeblich, ihn freizubekommen.

Von seinem damaligen Kaplan - Heinrich Kottmann - liegt ein persönliches Tagebuch dieser Zeit vor, das ein plastisches Bild der Ereignisse bietet. Der erste Verhandlungstermin vor dem Volksgerichtshof in Potsdam (20.06.44) mußte vertagt werden, da der Hauptbelastungszeuge nicht erschienen war. Bei der zweiten Verhandlung am 15.09.44 führte der Richter den Vorsitz, der schon zuvor drei kath. Kapläne aus Lübeck und einen evg. Pastor zum Tode verurteilt hatte. Das Todesurteil für Schwentner stand wohl schon vor Prozesseröffnung fest. Obwohl sich der einzige Zeuge (nämlich der Denunziant) in Widersprüche verwickelte, wurden keine Entlastungszeugen gehört. Dieser Prozess war eine Farce - das erkannte Schwentner und verzichtete darum auf das ihm zustehende Schlusswort.

Die Zeit bis zur Hinrichtung war eine schmerzliche Reifungsphase für ihn, die von denen bewundernd registriert wurde, die ihn noch vor dem Tode sprechen durften. Er strahlte Ruhe und Abgeklärtheit aus, die den anderen unfaßbar erschien. Das ungerechte Urteil hat er angenommen in der Nachfolge Jesu Christi, der sogar für die gebetet hatte, die ihm Schmerz und Tod brachten. Bewußt und standhaft hat Dr. Dr. Schwentner den Tod angenommen.

Unmittelbar vor seiner Hinrichtung schrieb er in sein Brevier:

Dr. Bernhard Schwentner
Pfarrer von Neustrelitz
geb.: 28.9.1892 in Schwerin
Gestorben: am 30.10.1944
in Brandenburg um 12:30 Uhr.
Ich sterbe ruhig und gefasst.
Gruß in Christus.

Nach seinem Tode wurde die Urne mit seiner Asche zunächst in Brandenburg beigesetzt, bevor sie vor der kath. Kirche zu Neustrelitz in einem Denkmal ihren Platz fand

Nach Pfarrer Dr. Bernhard Schwentner heißt der "Schwentner-Ring" in Hamburg-Wilhelmsburg (Kirchdorf), wo ihn ein Hinweis am  als "Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus" bezeichnet.

Bernhard Schwentner ist einer der Menschen, der sich der Diktatur der Nazis nicht beugte und aus dem Glauben an Jesus Christus Kraft schöpfte für den Weg durch das Leben - auch wenn es mit einem ungerechten Tode endet. Für die kleine kath. Gemeinde Neustrelitz ist das Beispiel standhaften Glaubens ihres hingerichteten Pfarrers Vorbild und Quelle der Kraft gewesen, als eine weitere Diktatur die Gewissensfreiheit einschränkte und die Kirche bekämpfte.

Im Gefängnis verfasste er dieses Gedicht:

In dem Dunkel meiner Zelle 
flehe ich zu Gott empor:
gebe meiner Seele Helle,
sende deiner Engel Chor!

Sie mögen mich geleiten
an deinen heilgen Thron,
nicht weichen von der Seiten,
bis ich dort oben wohn!

Dort aber, wo kein Dunkel
und jede Nacht vorbei,
wo helles Sterngefunkel
sing ewge Melodei:

Vom ewgen Licht und Frieden,
von ewger Herrlichkeit,
vom ewgen Ruh'n der Müden
nach Erdenleid und Streit.


Bücher von Dr. Dr. Bernhard Schwentner

im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek:

Titel: Das Zweikampfdelikt im kanonischen Recht : Eine rechtshist. u. rechtsdogm. Studie m. Einschl. d. CJC
Verfasser: Schwentner, Bernhard
Verleger: Hamburg
Erscheinungsjahr: 1922
Umfang/Format: 2 Bl. ; 8
Anmerkungen: Ausz. - Vollst. Ex. Maschinenschr. XIV, 190 gez. Bl. 4
Hochschulschrift: Münster, Kath.-theol. Diss., 1918


Titel: Die Rechtslage der katholischen Kirche in den Hansestädten Hamburg, Bremen und Lübeck : Zugleich e. Zsstellg der d. kath. Kirche in d. 3 Hansestädten betr. staatl. u. kirchl. Gesetze u. Verordngn / Bernhard Schwentner
Verfasser: Schwentner, Bernhard
Verleger: Hamburg [, Repsoldstr. 60] : A. Lettenbauer
Erscheinungsjahr: 1931
Umfang/Format: XI, 154 S. ; gr. 8
Einband/Preis: Lw. : 4.50

 

Link zum Eintrag bei wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Schwentner

Link zur Katholischen Gemeinde Neustrehlitz
http://www.eba-schwerin.de/Dekanate/Neubrandenburg/neustrel.htm

Link zur Katholischen Gemeinde St. Anna in Schwerin
http://www.st-anna-schwerin.de/html/schwentner.html

Link zur Unitas Ruhrania, Wissenschaftlicher Katholischer Studentenverein
http://www.unitas-ruhrania.org/seite18.htm

 

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Die vier Lübecker Geistlichen

Ihr Gedächtnis wird in der St. Ansgar-Gemeinde/Kleiner Michel besonders wach gehalten.
Nur 1300 m von unserer Kirche entfernt sind sie im Untersuchungsgefängnis am Holstenglacis
am 10. November 1943 unter dem Fallbeil gestorben.
Im Abstand von 3 Minuten floss Ihr Blut buchstäblich ineinander .
Es handelt sich um die folgenden Geistlichen, drei katholische Kapläne und einen evangelischen Pastor:



Johannes Prassek wurde 1911 in Hamburg geboren.
Abitur
Theologie in Frankfurt und Münster
1937 in Osnabrück zum Priester geweiht
Kaplan in Wittenburg, Mecklenburg
1939 Vikar, ab 1940 Kaplan in Lübeck wurde 1940 Kaplan

   (Dieser Bericht wird noch neu bearbeitet. HH, 21.8.2010)

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Eduard Müller,

1911 in Neumünster,Holstein geboren
1940 in Osnabrück zum Priester geweiht und Kaplan in Lübeck

      (Dieser Bericht wird noch neu bearbeitet. HH, 21.8.2010)

 

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Hermann Lange,
1912 in Leer, Ostfriesland geboren
Abitur, Theologiestudium in Münster
1938 in Osnabrück zum Priester geweiht
1939 Adjunkt, 1940 Vikar in Lübeck

(Dieser Bericht wird noch neu bearbeitet. HH, 21.8.2010)

   

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Pastor Karl Friedrich Stellbrink
1894 in Münster geboren
1915 wurde er Soldat
1917 verwundet zurück
1921 deutsche Gemeinden in Brasilien
1929 Pfarrer in Steinsdorf, Thüringen
1934 Pastor an der Lübecker Lutherkirche

An Pastor Stellbrink erinnert die „Stellbrink-Straße“ in Hamburg – Neu Allermöhe.  

(Dieser Bericht wird noch neu bearbeitet. HH, 21.8.2010)

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Seit 2003 ist der ökumenische Gedenkgottesdienst in Hamburg jeweils
am Sonntag nach dem 10. November um 18:00 Uhr
in der St. Ansgar-Kirche / Kleiner Michel,

u.a. deshalb, weil die Hinrichtungsstätte,
das Untersuchungsgefängnis am Holstenglacis, im Gemeindegebiet liegt.


Auch erhielt die Gefängniskirche der Justizvollzugsanstalt in Hamburg im Gedenken an die 4 Lübecker Geistlichen den Namen „Kapelle des 10. November“           

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Dr. Ruth Kantorowicz
wurde am 7. Januar 1901 als Jüdin in Hamburg geboren. Edith Stein, die in Hamburg Verwandte hatte, kannte sie schon als dreijähriges Mädchen.

Ruth Kantorowicz studierte Volkswirtschaft und konvertierte am 8. September 1934 zum katholischen Glauben. Auf diese Mitteilung hin schrieb ihr Edith Stein – Schwester Benedicta a Cruce- aus dem Kölner Karmel am 4. Oktober 1934:

Vor allem möchte ich Ihnen sagen:
legen Sie alle Zukunftssorgen vertrauensvoll in Gottes Hand
und lassen Sie sich von Ihm ganz wie ein Kind leiten.
Dann sind Sie sicher, dass Sie den Weg nicht verfehlen können.
Wie der Herr Sie in Seine Kirche geholt hat,
so wird Er Sie auch auf den Platz darin führen,
an dem Er Sie haben will.

Wegen der nationalsozialistischen Rassegesetze konnte Ruth Kantorowicz trotz ihrer Promotion nicht in ihrem Beruf arbeiten.
Zunächst war sie als Bibliothekarin in Hamburg tätig. Später begleitete sie Edith Stein in das Exil nach Holland und schrieb für sie viele Briefe, Artikel und Abhandlungen.

Zusammen mit Edith Stein und deren Schwester und vielen weiteren Gefährtinnen und Gefährten wurde sie dort von der Gestapo verhaftet und am 9. August 1942 in Auschwitz-Birkenau ermordet.

Die geistliche Botschaft dieser Menschen, Opfer von Terror und Gewalt, möge uns in der heutigen Zeit Weggeleit geben.

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Dr. Edith Stein

Geboren wurde sie am 12. Oktober 1891 in Breslau als jüngstes von elf Kindern. Ihre Geburt fiel auf den Jom Kippur, den Tag des großen judischen Versöhnungsfestes, der durch Fasten, Beten und Sühne fürdie Sünden ausgezeichnet ist. Ihre Mutter war eine gläubige Jüdin und legte Wert Vorschriften in ihrem haus genau befolgt wurden. Weil der Vater bereits starb, als Edith erst eindreiviertel Jahre alt war und die Mutter daraufhin erfolgreich das Geschäft mit dem Holzhandel übernahm, lag die eigentliche Erziehung der beiden jüngsten Töchter hauptsächlich in der Hand der ältesten, Else, die Pädagogik studierte, um Lehrerin zu werden, und mit geradezu mütterlicher Liebe ihre beiden Schwestern versorgte. Else heiratete dann den Hautarzt Dr. Max Gordon und verzog nach Hamburg.

Mitten während der Schulzeit geschah nun etwas Überraschendes mit Edith.
Sie, die bisher immer Zweitbeste in ihrer klasse war, hatte plötzlich keine Lust mehr, in die Schule zu gehen. Das war Ostern 1906. Die Großzügigkeit und Weite der Mutter, die den entschiedenen Widerstand der Tochter nicht brach, sondern respektierte und nach einem neuen Weg suchte, schickte sie nach Hamburg zu ihrer Schwester, die bereits Mutter von drei Kindern war. Zunächst suchte Edith bei ihrer Schwester nur einige Wochen Luftveränderung. Aber der Aufenthalt dehnte sich aus. Aus den wenigen Wochen wurden zehn Monate. Edith half tüchtig im Haushalt mit verstand es gut, mit den Kindern umzugehen.

Da die Familie Gordon in Jahre 1906 ihre Wohnung wechselte, wissen wir nicht genau, in welcher von beiden Edith Stein in Hamburg gewohnt hat. Jedenfall waren beide in Eppendorf. Der Hautarzt Dr. Max Gordon hatte seine Praxis in unserem Gemeindegebiet, in der Wexstraße 18.

Aber es ist für sie auch die Zeit einer großen religiösen Krise. In dieser Zeit, als Vierzehnjährige, verlor sie ihren Glauben an Gott und hörte auf zu betten. Später schreibt sie davon:

„ Die Zeit in Hamburg kommt mir, wenn ich jetzt darauf zurückblicke, wie eine Art Puppenstadium vor. Ich war auf einen sehr engen Kreis ein geschränkt und lebte noch viel ausschließlicher in meiner inneren Welt als zu Hause. Soviel die häusliche Arbeit es erlaubte, las ich. Ich hörte und las auch manches, was mir nicht gut tat. Durch das Spezialfach meines Schwagers (Hautarzt) kamen manche Bücher ins Haus, die nicht gerade für ein Mädchen mit 14 Jahren berechnet waren. Außerdem waren Max und Else völlig ungläubig. Religion gab es in diesem Haus überhaupt nicht. Hier habe ich mir auch das Besten ganz bewusst und aus freiem Entschluß abgewöhnt. Über meine Zukunft dachte ich nicht nach, aber ich lebte weiter in der Überzeugung, dass mir etwas Großes bestimmt sei.“

Nach dem Aufenthalt in Hamburg kehrte Edith Stein nach Breslau zurück, ging dort auch wieder zur Schule und machte ein glänzendes Abitur. Bis zu ihrem 21. Lebensjahr nannte sie sich eine Atheistin. Sie wollte ehrlich sein vor sich selbst. Diese Wahrhaftig sollte sie ihr ganzes Leben begleiten und ihr Gott schenken, mit dessen Existenz sie nicht mehr gerechnet hatte. Im Rückblick auf jene Jahre schrieb sie später einmal: ,,Meine Suche nach der Wahrheit war einziges Gebet." — Ein großartiges Wort des Trostes für alle die sich mit dem Glauben schwertun

So könnte" die hl. Edith Stein eine himmlische Fürbitterin sein für alle Jugendlichen, die in den Pubertätszeit in Glaubenskrisen geraten, und in diesem Sinne auch von besorgten Eltern angerufen werden.


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© 2010 Sankt Ansgar / Kleiner Michel - Hamburg

 
Berichte und Hintergründe über
die vier Lübecker Märtyrer
PDF-Dateien
Links
 
Bericht über den Seligsprechungsprozess
18 Laien wurden in dem gemeinsamen  Prozess  zu langen Haftstrafen verurteil.
 
Bericht über die Gedenkfeier im Kleinen Michel
Die Lübecker Märtyrer als Vorbild für heutige Geistliche
Über die Auswirkungen der Predigten des "Löwen von Münster" auf die Lübecker Geistlichen
Bericht über die Empfängerin des letzten Briefes von Kaplan Prassek
Bericht vom Mai 2008 über die Forschung und Seligsprechungsprozess
 
Berichte über die Lübecker vier Märtyrer - 2007 - 4. Teil
Link zur Materialsammlung von Prof. Dr. Peter Voswinckel
Berichte über die Lübecker vier Märtyrer - 2007 - 3. Teil
Berichte über die Lübecker vier Märtyrer - 2007 - 2. Teil
Berichte über die Lübecker vier Märtyrer - 2007 - 1. Teil
 
Berichte über die Lübecker vier Märtyrer - 2006 - 2. Teil
Berichte über die Lübecker vier Märtyrer - 2006 - 1. Teil
 
Berichte über die Lübecker vier Märtyrer - 2005 - 3. Teil
Berichte über die Lübecker vier Märtyrer - 2005 - 2. Teil
Berichte über die Lübecker vier Märtyrer - 2005 - 1. Teil
 
Berichte über die Lübecker vier Märtyrer - 2004 - 5. Teil
Berichte über die Lübecker vier Märtyrer - 2004 - 4. Teil
Berichte über die Lübecker vier Märtyrer - 2004 - 3. Teil
Berichte über die Lübecker vier Märtyrer - 2004 - 2. Teil
Berichte über die Lübecker vier Märtyrer - 2004 - 1. Teil
 

Eintrag in Wikipedia
de.wikipedia.org/wiki/
Lübecker_Märtyrer

 

Mehr Informationen
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