Bau-Tagebuch Kleiner Michel - Kirchensanierung 2012/2013

1. Oktober 2012

Die Kirche ist geschlossen. Ein großes Transparent hängt vor dem Portal. Dennoch rütteln Besucher an der Tür zu 'ihrem' Kleinen Michel.
Die Aufstellung der "Kapelle im Container" verzögert sich, da die Genehmigung der Stadt noch nicht vorliegt. Daher wird im Gemeindehaus ein provisorischer Gebetsraum eingerichtet, in dem die beiden Tafeln, die bisher im Eingang hinter dem Gitter standen, zusammen mit der Madonna des Kleinen Michel aufgestellt werden. Dort findet seit heute der Werktagsgottesdienst statt, der neuerdings von Montag bis Freitag um 7.30 Uhr gefeiert wird. Vier Gemeindemitglieder weihen damit den Raum ein.

 

5. Oktober 2012

Alle beweglichen Teile müssen aus der Kirche ausgeräumt werden. Die Heiligenfiguren und wertvollen Bilder werden in der kommenden Woche faachgerecht in stabile Holzkisten verpackt werden. Jetzt stehen sie, zum Abmarch bereit, vor den Bänken, die zusammengeschoben wurden, damit die Fensterbauer an den Seiten ihre Gerüste aufstellen können.

Die Wände zeigen jetzt erbarmungslos ihren verschmutzten Zustand - und zugleich geben sie eine Ahnung davon, wie gut der Raum nach der Sanierung die Struktur der klassizistischen Kirche zur Geltung bringen wird, wenn nicht jede Nische vollgestellt ist.

 

8. Oktober 2012

Mitarbeiter der Fa. Glaswerkstätten F. Schneemelcher aus Quedlinburg (Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt) haben begonnen, die Fenster auszubauen. Die 8 Teile eines großen Fensters können einzeln herausgenommen werden. Anschließend werden die Eisenstreben gereinigt und neu lackiert und wird die Lücke witterungsfest verschlossen. Die Teile werden in der Werkstatt überarbeitet, die Bleifassungen müssen teilweise erneuert werden, und bei den Fenstern, die durch die Akademie zugemauert worden waren, muss der aufgetragene Lack entfernt werden. Ab März 2013 werden die Fenster mit einer neuen zusätzlichen Außenverglasung wieder eingebaut werden.

9. Oktober 2012

Schon 1980 hatte Dr. Bernhard Heitmann erstmalig den "Silberschatz" des Kleinen Michel gesichtet, historisch bestimmt und bewertet. Nun hat er anhand der neueren (vor allem von ihm selbst verfassten) Literatur die historische Bestimmung ergänzen können. Zumindest die Ampel für das Ewig Licht muss restauriert werden, weil Teile lose sind, eine früher aufgetragene Silberversiegelung fleckig geworden ist und - das Schlimmste - das Gerät, das 1747-49 in Augsburg gefertigt wurde, offensichtlich mit silbernem Spraylack aus der Dose übermalt wurde. Bisher hing die Ampel beim Tabernakel weit über dem Chorraum. Künftig soll das Ewige Licht beim Tabernakel deutlich besser sichtbar sein und muss daher erst hergerichtet werden.

15. Oktober 2012

Mehr als ein Dutzend Gemeindemitglieder haben nach dem Gottesdienst spontan mitgeholfen, die großen Schallabsorber-Wände im Umgang um den Chorraum abzubauen. Zum Glück kommen viele heute nicht mehr im feinen "Sonntagsstaat" zum Gottesdienst - denn ein wenig schmutzig war die Arbeit schon. Nun sind die Außenwände frei und können die Fenster auch dort ausgebaut werden.

15. Oktober 2012

Montag früh. Der Abbau der beiden Orgeln beginnt. Die Hauptorgel ist schon seit bald 10 Jahren außer Betrieb, weil das Instrument aus den 50er Jahren nicht mehr zuverlässig spielbar war. Nun wurde es ebenso wie die provisorische Orgel, die bislang im Chorraum stand, auseinander genommen. Die Teile wurden danach sortiert, ob sie gegebenenfalls beim Bau einer neuen Orgel für den Kleinen Michel wieder verwendet werden können; diese Teile werden nun eingelagert. Der Rest landete auf einem großen Haufen in der Mitte der Kirche (siehe Bild) und wird in den nächsten Tagen seinen Weg in einen großen Abfallcontainer finden. Leider konnten nicht, wie geplant, größere auch historisch wertvolle Teile der Chororgel gesichert werden; beim Abbau stellte sich heraus, dass da buchstäblich "der Wurm drin" war und die Hölzer teilweise schon zerbröselten. Zum Glück ist davon nichts betroffen, was für eine neue Chororgel wiederverwendet werden könnte. Am Donnerstag, 19. Oktober fuhr ein großer Transporter vor, um die Orgelteile in ein Depot im Saarland zu bringen.

16. Oktober 2012

In nur zwei Stunden steht die neue "Kapelle im Container", auch wenn es noch bis Mittwoch Nachmittag gedauert hat, die die Kapelle fertig eingerichtet war. Auf 25qm soll bis zum Ende der Umbauzeit der Kleine Michel als Gebetsort "warm gehalten" werden. Aus Sicherheitsgründen ist es leider nicht möglich, in dem Container originale Kunstwerke auszustellen. Daher haben wir eine Reproduktion der Retabel (Jesus und die Kinder, Elisabeth von Thüringen) und der Madonna vom Kleinen Michel auf Stoff aufgezogen. Nun steht die provisorische Kapelle für das persönliche Gebet während des Tages, für die Hl. Messe werktags um 7.30 Uhr und für andere Gebetstreffen zur Verfügung.

 

17. Oktober 2012

Bei einem zweiten Treffen mit Mitarbeitern des Architekturbüros MPP MEDING PLAN + PROJEKT GmbH erfolgt eine weitere Abstimmung zwischen den beiden Baumaßnahmen, der Sanierung des Kleinen Michel und der Katholischen Akademie. Der wichtigste Bereich, in dem sich die beiden Maßnahmen überschneiden, ist der Übergang von der Kirche zur Akademie. Bislang ist die Kirche durch einen Zwischenbereich auf der Höhe des Auditoriums regelrecht zugemauert; bei vier Fenstern schaut nur ganz oben noch etwas Licht in die Kirche. Künftig soll zwischen Kirche und Akademie eine schmale Twiete entstehen, die sich auf Höhe des Südportals der Kirche bzw. des Foyers der Akademie zu einem kleinen Platz weitet. Dafür muss die Treppe vom Kichenportal zum Foyer neu als Außentreppe gestaltet werden. Entwürfe dazu wurden vorgelegt und diskutiert. Entscheiden wird man erst können, wenn sich die Gestaltung des Außenbereiches des Foyers deutlicher abzeichnet.

29. Oktober 2012

In Nesselstoff gewickelt und in eine Kiste gelegt. Die Heiligenfiguren und die Retabeln, die bisher im Eingangsbereich hinter dem Gitter standen, wurden fachgerecht verpackt, um keinen Schaden zu nehmen. Sicher der ungewöhnlichste Auftrag, den die Firma IPS International Packing Services GmbH bislang bekommen hatte, denn sonst sind es eher technische Anlagen, die von ihnen verpackt werden.
Hier aber sind es Joseph und Antonius, Bernhard und "ULF", die Madonnenstatue aus Fatima, und das barocke Kreuz, das künftig in der Apsis hängen soll. Sie alle werden in ihren Holzkisten künftige Verwendung harren.

31. Oktober 2012

Die Sanierung des Kleinen Michel wird vom Hamburger Denkmalschutzamt begleitet. Frau Dr. Markfort war schon zum zweiten Mal vor Ort. Sie unterstützt das Anliegen, dass die ursprüngliche Gestalt der Kirche wieder zur Geltung kommen soll. Das Konzept, den neuen Fußboden im bisherigen Farbton des Hamburger Ziegel wieder aufzubauen, wurde zusammen mit ihr entwickelt. Auf ihre Anregung hin, bleibt in den westlichen Bereichen (Eingang, Turmaufgang und Beichtzimmer) der Kachelbelag erhalten bzw. wird wieder hergestellt, wo er kaputt gegangen ist. Das Bild zeigt Architekt Klaus Dörnen, Frau Dr. Ursula Markfort, Herrn Walter Sommer vom Kirchenvorstand des Kleinen Michel und vom Referat Bau des Erzbistums Hamburg Markus Leenen und Thomas Jochem.

5. November 2012

Die Kunstkommission des Erzbistums Hamburg hat ein Preisgericht unter dem Vorsitz von Pfarrer Armin Mack, Kiel, berufen, das in einer 5-stündigen Sitzung eine erste Gruppe von drei Entwürfen für die Gestaltung der Prinzipalien (Altar, Ambo, Tabernakel etc.) diskutiert hat - leider noch ohne Ergebnis - darin war sich die 7-köpfige Gruppe einig. Es ist eine besondere Herausforderung mit dem begrenzten Etat diese Teile so zu gestalten, dass sie einerseits künstlerisch überzeugen, andererseits zu dem Raum passen, der ja nach der Sanierung wieder eine ursprüngliche klare und kräftige Gestalt wieder finden soll.

14. November 2012

Zu einem ersten Gespräch über die Gestaltung der neuen Pendelleuchten war Herr Stephan Gotzes aus Krefeld gekommen. Er soll Leuchten entwickeln, die künftig den Raum ausgeglichen und variabel beleuchten, ohne wie die bisherigen massiven Teile dominierend in den Raum einzugreifen. Es wurden technische Details und Optionen bezüglich der Gestaltung diskutiert. Herr Gotzes wird jetzt Vorschläge gestalten, die dem Bauausschuss vorgestellt werden können. Kirchenleuchten gibt es nicht fertig vom Bauhaus....

15. November 2012

Die Fa. Glaswerkstätten F. Schneemelcher aus Quedlinburg hat in dieser Woche begonnen, die Außenverglasung für die Fenster zu montieren. In den kommenden drei Wochen sollen die meisten Fenster auf diese Weise auch winterfest gemacht werden. Das Glas wird auf der selben Höhe wie die bisherigen Buntglasfenster eingebaut; diese werden jetzt in den Werkstätten überarbeitet und im Frühjahr innen vor die Schutzverglasung gesetzt. Sie sind erheblich verschmutzt. Bis jetzt lässt sich nur ahnen, dass sie künftig viel kraftvoller leuchten werden, als bisher mit den Ablagerungen vor allem von Innen, mit dem Kerzen- und Weihrauchruß aus 50 Jahren.
Besondere Aufmerksamkeit wird der großen Rosette an der Westfassade zu widmen sein. Hier soll wegen der prominenten Lage ein besonderes (leider auch besonders teures) Glas verwendet werden, das bestmöglich entspiegelt, damit die Struktur des Fensters künstig auch von außen erkannt werden kann. Bisher erkennt man dort nur die großen Flächen der Schutzverglasung aus den 70er Jahren. Das Glas in der Rosette muss allerdings auch so behandelt werden, dass es die Sonneneinstrahlung reduziert, weil direkt dahinter (ohne das Fenster zu verdecken) eines Tages wieder eine Orgel aufgestellt werden soll, die vor zu intensiver Einstrahlung geschützt werden muss.

19. November 2012

Die Kirchenbänke werden abtransportiert. Zunächst werden sie eingelagert und dann Stück für Stück überarbeitet. Das Holz ist weitest gehend in gutem Zustand. Sorgen macht die Mechanik der Kniebänke. Viele davon sind abgebrochen, weil an einer Stelle eine zu hohe Belastung entsteht. Durch eine kleine Ergänzung soll das verbessert werden. Ob die Bänke eine Sitz-Auflage bekommen werden, ist noch nicht abschließend entschieden. Hier spielt auch die Raumakustik eine Rolle. Auf der Unterseite der Bänke sind zumeist jetzt schon schallabsorbierende Lochbretter.

20. November 201

Leicht skeptisch schaut Kaiser Karl auf den Bauzaun, der heute errichtet wurde. Die Fläche wird gebraucht, um Baumaterialien zu lagern und Container abzustellen. Es bleibt eine Feuerwehrzufahrt frei und zusätzlich eine Zufahrt, über die die Baumaßnahmen an der Akademie ab dem neuen Jahr reibungsfrei abgewickelt werden können.

 

22. November 2012

Die Abbrucharbeiten beginnen. Jetzt ist zu sehen, dass hier umgebaut wird. Im Kirchenraum werden die Einbauten aus den 70er Jahren im Bereich des Altarraums herausgebrochen. Damals wurde der Altarraum insgesamt drei Stufen höher gelegt und mit einer Mauer umschlossen. Jetzt soll der ursprüngliche Raum wieder freigelegt werden. Dann geht es an den Fußboden, damit die Heizung eingelegt werden kann und an die Deckenverkleidung im Raum unter der Kirche, damit die neuen Lüftungsschächte verlegt werden können.

27. November 201

  Nach einem ersten Vorgespräch vor zwei Wochen wurden heute in der Kirche drei Varianten für Pendelleuchten und Downlights bemustert. Um den rechten Eindruck zu bekommen, pendelten die drei in sieben Meter Höhe von einem Baugerüst. Die neuen Leuchten sollen sich auf jeden Fall "zurücknehmen". Das sieht man ganz unmittelbar, weil die alten noch daneben hängen. Mit heutigen Leuchtmitteln ist es mit deutlich kleineren Teilen möglich, die nötige Luxzahl zu erreichen. Kriterium ist weiterhin, dass ein möglichst weiter, auf jeden Fall ausreichender Kegel ausgeleuchtet wird, ohne dass man von unten durch die Strahler geblendet wird. Unter den drei zur Auswahl stehenden Modellen haben der Bauausschuss und der Architekt einmütig sich für eine Variante entschieden, die zwar nur 200 (statt 450) Watt hat, aber nach unserem Eindruck und den Berechnungen des Fachingenieurs ausreicht.
Die Downlights, die in die Decke an den Seiten und im Umlauf eingebaut werden sollen, werden jetzt doch nicht als LED-Leuchten ausgebaut, sondern mit Niedervoltlampen bestückt, weil LED nicht die durch das Dimmen entstehende Wärme beim Herunterfahren der Lampen abbilden kann. Dass aber die Downlights mit den Pendelleuchten harmonieren, scheint uns unerlässlich. Der Nachteil ist, dass bei Niedervoltleuchtmitteln häufiger als bei LED die Leuchtkörper von oben aus der Decke ausgebaut werden müssen, um die Leuchtmittel auszutauschen - aber auch das fällt nur nach 5.000 bis 8.000 Betriebsstunden an.

28. November 2012

Die große Fensterrosette im Westen bleibt ein Thema. Es scheint, dass die bisherige Außenverglasung, die von außen den Effekt hat, dass man die Struktur des Buntglasfenster gar nicht mehr erkennt, bewusst geschwärzt wurde, um die Sonneneinstrahlung zu reduzieren. Dies ist nicht nur sinnvoll, damit der Zelebrant am Altar nicht geblendet wird, sondern vor allem, damit durch die starke Sonneneinstrahlung im Westen die Orgel, die hinter der Rosette wieder stehen soll, Schaden nimmt. Bei der Erneuerung wird statt der Abdunkelung der Außenverglasung auf die Buntglasscheiben Schwarzlot aufgetragen, eine Methode, mit der Fenster schon seit dem Mittelalter gestaltet werden. Unter den verschiedenen Möglichkeiten, das Schwarzlot zu verwischen, haben wir die möglichst gleichmäßige, die Oberflächenstruktur des Glases kaum aufnehmende, ausgewählt (siehe Photo).

30. November/1. Dezember 2012

Eine der wichtigsten Entscheidungen wird den Fußboden betreffen. Bisher gab es einen deutlichen Unterschied zwischen den Böden im Altarraum (zuletzt weißer Jura-Marmor, Einbau von 1977) und im Kirchenraum(ziegelrote kleinteilige Fliesen, von kleinen schwarzen Quadraten unterbrochen, bleibt als Dokumentation im Eingangsbereich erhalten).
Der Rückbau der Aufbauten der 70er Jahre und der Einbau einer Fußbodenheizung machen einen komplett neuen Fußboden notwendig. Die erste Grundentscheidung war schon früh, dass die Kirche einen durchgehend einheitlichen Fußboden bekommen soll; der Altarraum und der Umgang sind durch drei Stufen erhöht. In Absprache mit dem Denkmalschutz wurde entschieden, dass der neue Fußboden wie der bisherige Kirchenboden im Ton des Hamburger Ziegel in rot ausgeführt werden soll. Da nur wenige Zentimeter für den Fußbodenaufbau zur Verfügung stehen, kommt nur eine Form von Estrich als pigmentierter Spezialestrichbelag in Frage.
Leider gibt es in Deutschland immer noch sehr wenige Firmen, die einen solchen anspruchsvollen Boden herstellen können. In Italien und der Schweiz ist hochwertiger Estrichbelag auch in historischen Bauten schon lange Standard. Wir sind bei einer Firma im Frankfurter Raum fündig geworden, die uns in Hamburg Muster gezeigt haben. Um aber entscheiden zu können, wie diese Böden in großer Fläche wirken und ob wir der Firma zutrauen, im Kleinen Michel ein solches Unikat zu fertigen, hat sich der Bauausschuss mit dem Architekten auf den Weg zum Keltenmuseum auf dem Glauberg, bei Büdingen nordöstlich von Frankfurt/Main gemacht, das architektonisch preisgekrönt vor eineinhalb Jahren eröffnet wurde.
Ein langer, ungewöhnlicher Museumsbesuch: Statt auf die spannenden Exponate aus der Keltenzeit des 5. Jahrhunderts vor Christus war unser Blick auf den Fußboden konzentriert (Bilder Fußboden und Gespräch mit Estrchexpertin Frau Sommerfeld). Der Boden im Muesum ist technisch in etwa das, was wir wollen, hat aber eine hellgraue Farbe, während der Kleine Michel wieder den ziegelroten Boden bekommen soll. Frucht der Exkursion war, dass es generell gut möglich ist, in dieser Technik einen guten, nicht steril wirkenden Boden mit der notwendigen Anmutung eines lebendigen Steins zu bekommen. Andererseits ist auch deutlich geworden, welche technischen Probleme für eine Ausführung im Kleinen Michel noch genau zu klären sein werden, etwa in der Ausbildung der Fugen, die wir mit Messingschienen markieren wollen. Fortsetzung folgt.

3. Dezember 2012

Der Versuch, den vorhandenen Altar von 1977 zur Gänze zu sichern ist gescheitert. Schon die ersten Untersuchungen durch einen Fachmann haben es als unwahrscheinlich erscheinen lassen, dass dies gelingen würde. Die Altarplatte stammt aus dem Bau der 50er Jahre; sie konnte ohne Schaden vom Unterbau getrennt und gesichert werden. Damit besteht für die Gestaltung des neuen Altars die Option, die Platte wieder zu verwenden. Die unteren Teile aber waren mit so miteinander verklebt und verbunden, dass sie beim Versuch, sie von einander zu trennen, gebrochen sind. Der gesamte Unterbau ist aus einzelnen Teilen gebaut und fest am Boden verankert. Als Ganzes konnte es nicht bewegt werden; die Teile konnten nicht ohne Beschädigungen von einander getrennt werden. (Weitere Bilder vom Altarabbau als pdf)
Wir versuchen jetzt zumindest die Platte an der Front, die den Schriftzug "ANSGAR - EPISC. FUNDATOR ECCL. HAMBURG." trägt, so herauszulösen, dass sie erhalten bleibt.

7. Dezember 2012

Ein letztes Mal staubt es durch die ganze Kirche, während der Rest im Altarraum abgebrochen wird, mit dem 1977 der Aufbau um drei Stufen erhöht worden war. Da dies die Fläche unter dem Altar war, ist hier viel Beton und Armierung als Unterbau für die rund 5 Tonnen Altar verbaut worden. Es ist harte Knochenarbeit, das wieder zu entfernen.
Ein Problem eigener Art ist der Kamin, der in der Mitte zwischen den beiden Stützen sitzt und in den 1977 der Tabernakel eingelassen worden war. Ursprünglich ging der Kamin bis ganz oben durch das Dach und gehörte zur Heizung unter der Kirche. Als man 1977 auf Fernwärme umgeschaltet hat, wurde der Kamin um ein Drittel gekürzt. Nun wurde dort oben die geheizte Luft in den Kirchenraum geblasen, um unten, unter den Ambonen, wieder abgesaugt zu werden. Deswegen war es in der Kirche oben bisher immer knackig warm, auch wenn es unten recht kühl war. Wenn "die da oben" viel Wärme haben, kommt halt immer nur deutlich weniger unten an. Künftig soll die Kirche von unten nach oben beheizt werden. Damit wird der ganze Kamin überflüssig. Bevor er aber abgebrochen werden kann, muss erst sorgfältig eine Trennung von der Lüftungsanlage vorgenommen werden, damit kein Schutt in die Anlage fällt. Das dürfte einige Tage Verzögerung bringen.

10. Dezember 2012

  Seit heute hat die 'Kapelle im Container' ein Kreuz auf dem Dach. Es soll, abends auch beleuchtet, den Raum markieren, der in der Zeit, in der der Kleine Michel geschlossen ist, den Gebetsort 'warm halten' wird. Das Kreuz macht ein wenig mehr sichtbar, was sich in dem unscheinbaren Container befindet. Täglich kommen ca. 20 bis 30 Menschen zum Gebet hier her und morgens feiert eine kleine, aber treue Gemeinde von Montag bis Freitag hier um 7.30 Uhr eine Heilige Messe; und einzelne andere kommen das eine um das andere Mal dazu. So bleibt der Kleine Michel ein Ort, an dem das Lob Gottes gesungen und für die Menschen unserer Stadt gebetet wird.

16. Dezember 2012

Als (fast) letzte Stücke, die aus der Kirche ausgebaut wurden, sind die Leuchten demontiert worden, die für 35 Jahre den Innenraum der Kirche mit fast so etwas wie einer Zwischendecke abgeteilt hatten (Im Bild sieht man noch die linke Reihe hängen; am Boden ist ein Arbeiter dabei, die Aufhängung einer Lampe auseinander zu schneiden).Allein deswegen schon war früh klar gewesen, dass sie nach der Sanierung nicht wieder verwendet werden würden. Hinzu kam der enorme Stromverbrauch mit 200 Watt und 500 Watt Birnen, und dass sie wegen ihres Gewicht so weit außen montiert waren, dass der mittlere Teil der Kirche sehr schlecht ausgeleuchtet werden konnte. Die Lampen sind so groß und massiv, dass keine Chance bestand, sie im Blick auf eine eventuelle Wiederverwendung an anderem Ort eingelagern zu können. Nur die acht einteiligen Wandleuchten aus dem Altar-Umgang sind aufgehoben worden sowie das "Innenleben" der Leuchten, das Spiegel enthielt, die heute eine Rarität darstellen und von manchen Kirchen oder Theatern als Ersatzteile verwendet werden können. Ebenso hoffen wir auf Abnehmer der letzten Reserveleuchtmittel, da diese vielfach noch in Verwendung, aber nicht mehr im Handel erhältlich sind.

20. Dezember 2012

Die Baustelle ruht. Der Bauzaun ist (endlich mal wieder) sorgfältig geschlossen. Ab 7. Januar soll es wieder los gehen. Dann rücken die Elektriker und Heizungsbauer an, werden die Blechschächte und Kabel, die nicht mehr gebraucht werden, zum Alteisen wandern, und können die Gerüste aufgebaut werden, um den Putz an den Wänden zu prüfen.

23. Dezember 2012

Nach dem Gottesdienst vom 4. Advent haben rund 40 Gemeindemitglieder die Chance genutzt, die Baustelle zu besichtigen und sich den Stand der Arbeiten und Planungen erläutern zu lassen.

1. Januar 2013

Das neue Jahr hat begonnen; die Baustelle ruht noch bis zur nächsten Woche. Noch sind wir zuversichtlich, dass der Bauzeitenplan eingehalten werden kann und wir im "Sommer 2013" fertig werden. Angestrebt wird eine Wiedereröffnung am 1. September.

3. Januar 2013

Der Aufbau eines Gerüstes am Triumphbogen hat begonnen. Der Bogen soll um 20cm verschlankt werden, um sich besser den Proportionen der Stützen um den Altarraum anzupassen. Dies ist mit vertretbarem Aufwand möglich, weil der Bogen keine statische Funktion hat: Die Säulen sind mit Ziegeln gemauert und der Bogen darüber ist eine Rabitz-Hohlkonstruktion.

 

4. Januar 2013

Im Gemeinderaum des Kleinen Michel kann man Muster besichtigen, die für den Estrich in der Kirche angefertigt wurden. Die Entscheidung soll in den kommenden zwei Wochen fallen. In die engere Wahl (von sechs Mustern) kommen wahrscheinlich die beiden hier abgebildeten, die eine hinreichende Körnigkeit und "Wolkigkeit" aufweisen, damit der Boden nicht steril wirkt. Der gegossene Estrich wurde so weit abgeschliffen, dass die Körner sichtbar werden und dann wurde das Ganze versiegelt. In der Mitte liegt eine Fließe aus der bisherigen Kirche. Der untere Teil in dem dunklen Ziegelrot, wie wir es kannten. Der obere Teil wurde schlicht einmal richtig sauber gemacht; dabei kam ein deutlich hellerer, mehr ins Orangene gehende Ziegelton zum Vorschein. Das Argument, in diese Richtung zu gehen, könnte sein, dass der Boden im Laufe der Jahre und Jahrzehnte nachdunkelt.

12. Januar 2013

Bei einem Ortstermin in Quedlinburg (bei Magdeburg) konnten wir uns vom Fortschritt der Arbeiten in der Glaswerkstatt Schneemelcher überzeugen. Der 1990 gegründete Betrieb sieht auf drei Generationen der Familie zurück, auch wenn der Vater des jetzigen Werkstattleiters zwangsweise den eigenständigen Betrieb aufgeben und in einer staatlichen Werkstatt arbeiten musste. Anlass der Reise war, dass wir entscheiden mussten, wie wir mit den vier Fenstern verfahren, die 1977 von der Seite der Akademie zugemauert worden waren. Denn die Gläser dieser Fenster wurden damals angeätzt, um sie mit Farbe zu bemalen, damit die Zumauerung nicht so auffalle. Leider ist deutlich, dass diese Gläser dabei so zerstört wurden, dass sie nicht wieder verwendbar sind. Die damals verwendeten Gläser, mit einer "Peitschenstruktur" wie sie in den 50er Jahren viel verwendet wurde, sind leider nirgendwo mehr erhältlich. Wir werden daher eine farblich gleiche, aber in der Oberflächenstruktur verschiedene Form von "Kathedralglas" verwenden müssen (Bild rechts oben das neue, unten das alte Glas; der Unterschied wird aus der Entfernung nicht so deutlich sichtbar sein, wie auf dem Photo). Die Untat von vor 35 Jahren wird also - zumindest für den aufmerkamen Blick - auch in Zukunft erkennbar bleiben. Den Denkmalschutz wird's freuen.
Die weite Fahrt hat sich nicht nur wegen der hochinteressanten Einblicke in die Arbeitsweise der Glasbauwerkstatt gelohnt, sondern auch wegen einer Führung, die uns Herr Frank Schneemelcher durch das einzigartig schöne Quedlinburg gegeben hat.

17. Januar 2013

Für die Wirkung des Altarraums nach der Sanierung wird ein kleines, später nicht mehr wahrnehmbares Detail Einfluss haben. Zugleich ist das letztlich der einzige Eingriff gegenüber der ursprünglichen Konstruktion von 1953. Der Triumphbogen wurde in dieser Woche um 20cm in der Breite reduziert. Dies war möglich, weil er keinerlei statische Funktion hat. Die Säulen sind aus Ziegeln gemauert, der Bogen als Rabitzkonstruktion ausgebildet, also auf Draht aufgetragener Gips. Die Bilder zeigen den Zustand mit eingerüstetem Bogen, der links schon reduziert ist, und einen Einblick in den geöffneten Bogen. Die Rabitzkonstruktion und der Dachgiebel aus Beton, an dem sie hängt, sind gut erkennbar. Die Zeichnung vermittelt einen Eindruck davon, wie sich die Proportionen vorher und nachher verhalten.

21. Januar 2013

Montag 12.35 Uhr: Die Gerüste im Altarraum sind wieder abgebaut. Erstmals seit 35 Jahren kann man den Kirchenraum wieder in seinen ursprünglichen Dimensionen erleben und die Wirkung abschätzen, die die leichte Reduzierung der Breite des Triumphbogens auf den Altarraum hat. Der Blick auf dem Raum wurde gerade rechtzeitig zur gemeinsamen Sitzung des Bauausschusses mit der diözesanen Kunstkommission frei. Gegenstand der Diskussion war die Frage, ob und in welcher Weise die Bereiche zwischen den inneren Stützen in einer gewissen Höhe geschlossen werden sollen.
Einmütigkeit bestand, dass der innere Altarraum gegenüber dem Umgang eine gewisse beruhigende Fassung braucht. Auch die dafür sinnvolle Höhe von 2,5 Metern (siehe das Bild: Holzplatte zum Muster zwischend den mittleren Säulen) und, dass die Säulen deutlich sichtbar bleiben sollen, ist unstrittig. Sollen aber diese Elemente zwischen den Säulen eher als Teile des Baus mit einem gemauerten Sockel oder eher wie "Möbel" ganz in Holz gefertigt sein? Für den Sockel spricht, dass dadurch die Säulen nach unten einen Abschluss finden und unterfasst werden. Für die "Möbel"-Variante spricht, dass die Säulen dadurch mehr Eigenständigkeit erfahren. Zudem könnte für besondere Gottesdienste und Anlässe ein solches, in den Raum gestelltes statt gemauertes Element nach außen zwischen die äußeren Säulen gestellt werden, um den Umgang zum Altarraum bei Bedarf hinzuziehen zu können. Aber: Will man eine solche, dann ja auch wahrnehmbare, Flexibilität, oder ist für den Raum eine gewisse gefühlte Festigkeit wichtig? — Die Fragen werden uns weiter beschäftigen, da die Meinungen noch weit auseinander liegen. Zunächst wurde Architekt Dörnen gebeten, die Varianten in Zeichnungen darzustellen.
Nebenbei und ganz einvernehmlich wurde entschieden, dass das barocke Kreuz seinen Platz frei hängend zwischen den beide mittleren Stützen im inneren Chorumgang finden soll.

1. Februar 2013

Die Kirche ist nun an (fast) allen Seiten eingerüstet. Als erstes wird eine Risskartierung vorgenommen. Mit Detailphotos wird Stück für Stück der Zustand der Wände untersucht und dokumentiert. Dies ist die Grundlage für die Putzarbeiten - und ein Weg sicherzustellen, dass nur an den Stellen der Putz abgeklopft und erneuert wird, an denen es nötig ist. Die Schätzungen gehen von etwa 10 Prozent der Gesamtfläche aus.

 

6. Februar 2013

Ausführlich wird im Bauausschuss und mit dem Fachingenieur diskutiert, wie die der Aufgang zur Empore beleuchtet werden kann. Hier sollen sechs große Tafeln ihren Platz finden, an denen sich Besucher über die Geschichte des (Kleinen) Michel und seine Ausstattung informieren können. Die Ausleuchtung dieser Tafeln ist entsprechend wichtig. Gleichzeitig muss die Beleuchtung aber auch einen sicheren Aufgang zur Empore gewährleisten.

14. Februar 2013

Die Stützen, die den Chorraum umgeben werden in diesen Tagen wieder hergestellt. Bislang waren die Stützen eingemauert und in 4 Metern Höhe mit einem Betonbalken gefasst gewesen. Entsprechend sind die Spuren an der Rabitz-Ummantelung der Stützen, die jetzt beseitigt werden müssen. Auf dem Bild sieht man auch, wie dünn die eigentlichen Betonpfeiler sind; es wiord aber wieder die Ummantelung in vollem Umfang wieder hergestellt, weil dies die angemessenen Proportionen für die Gesamtwirkung sind.

 

 

20. Februar 2013

Die Risskartierung ist abgeschlossen. Detailiert wurde dabei erfasst, in welchem Zustand der Putz an den Wänden der Kirche ist. Damit wird für uns erstens abschätzbar, wie umfangreich die Sanierung des Putzes sein wird. Zweitens kann damit dokumentiert werden, ob zusätzliche Risse durch den Abriss des benachbarten Teiles der Katholischen Akademie entstehen.

 

22. Februar 2013

Bei einem Besuch in der Spezialwerkstatt für die Restaurierung historischer Metallkunstgegenstände RECOVIS in Quickborn wurde ausführlich darüber gesprochen, wie die Ewig-Licht Ampel restauriert werden muss, um angemessen wieder zum Einsatz zu kommen. Das wertvolle Stück aus einer Augsburger Werkstatt von um 1750 wurde in den letzten Jahren und Jahrzehnten sehr schlecht behandelt. Es ist vielfach verbogen und Teile haben sich gelockert. Vor allem aber ist das Silber angelaufen und hat sich ein Anlaufschutz unschön gelöst. Der Höhepunkt aber ist, dass offensichtlich zur Verdeckung dieser Probleme irgendwann in den letzten Jahren schlicht Silberlackspray aus dem Baumarkt aufgesprüht wurde. All das zu beheben wird mehrere Tausend Euro kosten, wird aber das Geld wert sein, wenn die Ampel künftig gut sichtbar links oberhalb des Tabernakel an der Seite des Triumphbogen hängen wird (Hoch genug und mit Alarm gesichert!).

1. März 2013

In diesen Tagen herrscht auf der Baustelle eine - um einen Hamburger Fachterminus zu gebrauchen - "elbphilharmonische Stille". Vereinzelt haben die Elektriker ihre Leitungen verlegt, aber ansonsten warten wir: Auf die Einbringung des Spritzputzes an die Unterseite der Fußbodendecke, bevor die Schächte für die Heizung montiert werden können, und auf den Abriss des Anbauteiles der Katholischen Akademie, bevor wir den Putz in der Kirche erneuern und die Anstricharbeiten beginnen können. Ersteres sollte bis Mitte, letzteres bis spätestens Ende des Monats erledigt sein.

4. März 2013

Der Bauausschuss hat sich mit der Kunstkommission des Erzbistums Hamburg und dem Künstler Tom Müllers einen Nachmittag Zeit genommen, um die Entwürfe für die Gestaltung von Altar und Ambo zu beraten und zu beschließen. Herr Müllers hatte für den ersten Wettbewerb einen Entwurf gemacht, der Ausgangspunkt war für eine Weiterentwicklung in Absprache mit dem Architekt Klaus Dörnen.
Die Modelle für Ambo und Altar auf dem Bild stammen aus dem Wettbewerb. Das Material wird wohl eher in Richtung des schwedischen Granit gehen, von dem ein Stück vor dem Modell liegt. Die Seiten und die Oberfläche von Altar und Ambo werden geschliffen, an der Vorder- und Rückseite sollen die Bruchkanten sichtbar bleiben.
Das Bild zeigt im Hintergrund eine Zeichnung der Sedilien ("Chorgestühl"), wie sie zu dem Zeitpunkt noch geplant waren, im Altarraum; ein Muster für den Estrich liegt davor. Rechts darauf liegt eine Kachel vom alten Fußboden; der Estrich soll farblich etwas mehr diesem angeglichen werden. Links auf dem Bild eine Messingschiene, wie sie für die Einfassung der Felder des Fußbodens verwendet werden wird. Links außen zwei Granitmuster, die nicht ausgewählt wurden, weil sie zu wenig zum Fußboden kontrastieren.

6. März 2013

Bevor die großen Betonbrocken des Zwischenbaus zwischen Akademie-Auditorium und Kirche herausgeschnitten werden können, wird vorsichtig eine Fuge zur bislang zugemauerten Kirchenfassade gebrochen. Es sieht bislang so aus, als sei die Fassade der Kirche bei dem Anbau von 1973 nicht übermäßigt beschädigt worden; ein endgültiges Urzeil wird man aber erst fällen können, wenn das 1,8m-breite Zwischenstück kompelett entfernt worden sein wird.

 

5. März 2013

Langsam aber sicher wächst der Chorraum zu. Während das Gewölbe im Hauptschiff mit einer Hebebühne erreicht werden kann, um es zu streichen, muss der Chorraum völlig eingerüstet werden. Gleichzeitig dringt das Dröhnen der Presslufthammer durch die Wände, denn nebenan, in der Katholischen Akademie, sind die Abbrucharbeiten weit vorangeschritten und wird bald der Zwischenbau zur Kirche herausgenommen werden können.

8. März 2013

Während der Fußboden als Estrich vor Ort gegossen werden soll, müssen die Stufen aus härterem Material vorgefertigt werden. Eine Firma aus Freiburg ist im Gespräch, die Stufen anzufertigen. Dazu ist enge Abstimmung mit dem Estrichleger notwendig, denn die Altarstufen sollen nicht wie seit den 70er Jahren wie eine Bühne wirken, sondern möglichst wenig auffällig den erhöhten Altarraum und Umgang mit dem Kirchenschiff verbinden. Das Muster, das der Treppenbauer bei seinem Besuch dabei hatte, ist farblich noch nicht auf das Muster des Estrichs abgestimmt - und dieses noch nicht hinreichend auf die Farbe der ursprünglichen Fließen, von denen eine im Bild links unten zu sehen ist. Vor allem ist die Anmutung des Stufen-Musters noch zu "glatt" und künstlich, gegenüber dem sehr lebendig wirkenden Stein des Fußbodens.

12. März 2013

Nun wird auch von außen der Beton abgebrochen, der seit den 70er Jahren vier Fenster des Kleinen Michel zumauert. Trotz Schnee wird mit Presslufthammern vorsichtig die erste Schicht Beton abgetragen.

 

 

12. März 2013

Der Spritzputz an der Decke der Unterkirche dient dazu, den Bodenaufbau der Kirche so zu schützen, dass er im Fall eines Feuers in der Unterkirche hält - und die Kirchenbänke nicht so schnell nach unten durchbrechen. Dazu wird zuerst ein Gerüst aus Drahtmatten aufgetragen und dann der leichte, aber feuerfeste Brandschutzspritzputz (PROMAT-CAFCO Mineralfaserspritzputz Blaze Shield; A 1 WLG 045; Dicke 20mm). Ob wir später diesen Putz dekorativ finden, bunt anmalen oder eine Deckenverschalung darunter setzen, wird zu entscheiden sein. Wichtig ist, dass der elementare Brandschutz gewährleistet ist.

12. März 2013

Bevor über die Farbe(n) entschieden werden kann, mit der die Wände und Decke gestrichen werden sollen, wird eine Analyse durchgeführt, welche Farben denn eigentlich im Laufe der Baugeschichte des Kleinen Michel verwendet wurden. Eine Restauratorin legt dafür vorsichtig Schicht für Schicht frei; hier sieht man sie bei der Arbeit an der Westwand neben der Rosette.

 

 

14. März 2013

Jetzt kann der Presslufthammer an's Grobe. Während bislang vorsichtig "mit der Hand", also mit einem mit der Hand geführten Hammer, der Beton an der Kirchenfassade frei gelegt wurde, kommt nun ein kleines Baggerchen zum Einsatz, dass mit viel Kraft (und Lärm) den Rest des Betons zwischen Akademie und Kirche wegnehmen kann.

 

 

21. März 2013

Wieder frei! 40 Jahre nachdem die Südfassade des Kleinen Michel zugemauert wurde, liegt sie jetzt - weitestgehend - wieder frei. Es müssen noch die Teile im Bereich des Foyers der Akademie abgebrochen werden. Aber schon jetzt erkennt man, wie sehr die Kirche durch die neu entstehende Twiete gewinnen wird. Die vier Fenster im Südwesten bekommen wieder Tageslicht und die Kirche ist auch von dieser Seite zu sehen. Die Schäden am Ziegel-Mauerwerk sind weniger schlimm, als befürchtet. Jetzt müssen die Ziegel gereinigt und teilweise ergänzt werden - Arbeit für die nächsten Monate.

 

 

21. März 2013

Eine Restauratorin hat in den letzten Wochen an verschiedenen Stellen in der Kirche die Farbschichten untersucht, die sich unter der Schmutzschicht freilegen ließen, bis zur untersten Schicht der ursprünglichen Farbe von 1953/54. In einem Bericht "Restauratorische Befundsicherung der Raumschale" hat sie ihre Ergebnisse vorgelegt. Das wichtigste Ergebnis lautet:

"Die Ergebnisse der Befundsicherung sind aufgrund der Anzahl der bekannten Renovierungen des Kircheninnenraumes und den dazu unverhältnismäßig vielen Farbschichten schwer zu interpretieren. Laut Befundprotokoll (vgl. S. 7) konnten 7 Farbschichten freigelegt werden, aus denen sich insgesamt drei unterschiedliche Farbfassungen ablesen lassen.
Der Grundton der bauzeitlichen Gestaltung war ein sehr heller, leicht gräulicher Ockerton (vgl. obere Farbtafel auf dem Bild). Der entsprechende Anstrich wurde in zweilagiger Ausführung auf allen Bauteilen der Raumschale nachgewiesen und lässt sich anhand einer historischen Fotografie nachvollziehen....
Zwischen der bauzeitlichen und der heutigen (einer umfangreichen Renovierung der 1970er Jahre zuzuordnenden) Gestaltung lässt sich fast im gesamten Kirchenraum ein weiterer zweilagig aufgebrachter, grauer Anstrich nachweisen (vgl. untere Farbtafel). Dieser ist im Bereich der heute sichtbaren Vergoldungen rötlich abgesetzt und wirkt auf dem Unterzug der Decke sowie der Innenseite der Empore deutlich blau-grau. Es ist äußert unwahrscheinlich, dass es sich hierbei um Absetzungen oder Überarbeitungen der bauzeitlichen Gestaltung handelt, dennoch konnte bisher archivalisch keine zusätzliche Renovierungsphase festgestellt werden.
Die letzte Renovierung des Kircheninnenraumes muss laut Aussage des Planungsbüros in den 1970er Jahren stattgefunden haben. Die zugehörige Farbigkeit entspricht der heutigen Sichtfassung. Anhand der Befunde im Deckenbereich wurde eindeutig belegt, dass die Deckenisolierung sowie die zugehörigen Styroporprofile dieser Maßnahme zuzuordnen sind."

Für die zweite oder dritte Aprilwoche ist geplant, dass ein Bereich der Nordwand in dem im Bericht erwähnten Ocker-Ton gestrichen wird. Die Stützen zu beiden Seiten dieses Bereiches werden dann eine in dem selben, eine zweite in einem davon abgesetzten helleren Ton gestrichen. Gleichzeitig wird auf dem Boden eine Tafel mit dem angestrebten Farbton des Fußbodens (siehe rechts eine Farbtafel auf einem Stück des alten Kachelfußbodens, das als Muster dient). Zudem sollen in dem Bereich die Buntglasfenster wieder eingesetzt werden. Auf dieser Grundlage wird dann der Bauausschuss im Benehmen mit der diözesanen Kunstkommission und dem Architekten eine Entscheidung treffen müssen, wie der künftige Anstrich sein soll. Bisher war nur festgelegt, dass der Anstrich gegenüber den vielen Farben aus den 70er Jahren "beruhigter" sein soll.

5. April 2013

Der Frühling kommt nur so zaghaft, dass wir in dieser Woche die Bauheizung wieder installieren und anwerfen mussten. Dafür ist auf der Baustelle umso mehr Leben.

16. April 2013

Die Entscheidung ist gefallen: Die Kirche wird in rein mineralischen Farben der Marke Keim gestrichen. Die Flächen an den Wänden, das Tonnengewölbe und die Kuppel bekommen Farbe mit ocker, rot und kobaltanteilen, Farbnummer 9335 mit einen Hellbezugswert von 68,8 (wobei 100 weiß-weiß wäre). Die tragenden Teile, also die Stützen und die umlaufenden massiven Teile werden etwas heller (Farbnummer 9337 mit einen Hellbezugswert von 77,2).
Vorangegangen waren lange Diskussionen. Eine Musterachse war in den verschienden, historisch nachweisbaren ursprünglichen Farbtönen angelegt worden. Ein Grauton kam klar nicht in Frage.
Die Mehrheit der Mitglieder der diözesanen Kunstkommission hatten schon auch zuvor klar für Altweiß plädiert. Die Argumente waren sehr bedenkenswert: "Die Farbe weiß macht den Raum weit, hell, freundlich, festlich und lässt die Farbe der Fenster bei Sonnenlicht viel besser zur Wirkung kommen. In der Tradition und erst recht heute werden Kirchen in der Regel weiß gestrichen." Unter den bei den beiden Ortsterminen anwesenden Mitgliedern der Kunstkommsion, den beiden Vertreterinnen der Denkmalschutzbehörde (die hier rein beratend war), dem Bauausschuss und dem Architekten für den Umbau des Kleinen Michel ist schließlich der deutliche Konsens zustande gekommen, die genannten hellen Farbtöne zu wählen.
Es ist völlig unmöglich, die Farbwirkung über Bilder wiederzugeben; jeder Bildschirm und jeder Drucker stellt Farbe anders dar. Vor allem aber ist der Eindruck der Farben vor Ort sehr lebendig verschieden, je nach Lichteinfall und Blickwinkel, ob bei Sonnenschein, mattem Tageslicht oder elektrischem Licht. So kommt in Verbindung mit dem Ziegelrot des Bodens und den Buntglasfenster eine, wie wir hoffen, optimale Lösung zustande, die einerseits den Raum in seiner Schönheit und Offenheit wirken lässt, dabei nicht zu kalt wirkt, um auch einzelne Beter und Besucher zum Verweilen einzuladen, und um die Kirche auch nach einigen Jahren des Gebrauchs nicht zu auffällig verschmutzt aussehen zu lassen.
Es wird am Ende eine Entscheidung sein, die man erst beurteilen kann, wenn die Kirche fertig und in Gebrauch ist. Der Bauausschuss war sich bei seiner Entscheidung darüber im Klaren, dass gerade der Farbanstrich eine Vorentscheidung für viele Jahre ist - die aber jetzt gefällt werden musste.

19. April 2013

Eine weitere Woche lärmigen Presslufthammerns liegt hinter uns. Während in der Kirche sanfte Pinselstriche das Tonnengewölbe färben, unter dem Dach Elektriker ihre Strippen ziehen und im Untergeschoss eifrig an der Heizung montiert wird, wurden nebenan bei der katholischen Akademie die Abbrucharbeiten vorangetrieben und sind nun fast abgeschlossen - auch wenn es einige Wochen länger gedauert hat, als ursprünglich angekündigt. Vor allem in dieser Woche hat es die Teile rund um die Treppe zum Südeingang der Kirche betroffen, die nicht nur locker an den Kleinen Michel angebaut, sondern fest mit ihm verbunden waren. Entsprechend zitterten die Wände und schwankte der Fußboden merklich. Je näher der Abbruch der Bodenplatte kam, die die Akademie von der Tiefgarage trennt, desto stärker waren die Presslufthammer im ganzen Gebäude nicht nur zu hören, sondern auch zu spüren - bis in die Büros des Kleinen Michel hinein, die eigentlich ein ganzes Stück abseits liegen.
Die Bilder zeigen die nun erstmals seit 40 Jahren freiliegende Südfassade, die wieder hergestellt werden soll. Vielfach müssen die Ziegel nur vom Farbanstrich gereinigt werden. Der ganze Bereich um den Ausgang von Kirche und Unterkirche hingegen muss umfassend neu gestaltet werden, um von Seiten des neuen Innenhofes der Akademie schick auszusehen.

2. Mai 2013

Zu Beginn des neuen Monats gibt es nicht viel Neues von der Baustelle. Die Fensterbauer bereiten die Montage der Buntglasfenster vor, der Heizungsbau in der Unterkirche schreitet voran, die Elektriker verlegen ihre letzten Kabel und der Maler wird mit den letzten Stücken an der Decke fertig. Die Auslasse für die Downlights und die Pendelleuchten machen etwas Sorgen, weil sie noch nicht ganz gerade sind. Die Leibung an den Fenstern im Umgang muss abschlagen werden und lässt sich nicht so einfach verputzen wie gehofft. All das die normalen Probleme - wir hoffen nur, dass der Zeitplan dadurch nicht durch einander gerät, denn viel Luft nach oben ist nicht.
Parallel dazu werden die Sedilien und Kredenztische geplant und auch andere, kleinere Einrichtungsstücke, die für den praktischen "Betrieb" der Kirche hinterher nicht unwichtig sein werden.

 

7. Mai 2013

Der Regen ist im Prinzip willkommen, denn der Boden ist ausgedorrt und die Pflanzen wollen zum frühlingsgemäßen Wachstum ihr frisches Nass. Aber um ein Haar wäre dabei unsere Baustelle unter Wasser geraten. An der Südseite des Kleinen Michel ist mittlerweile die Twiete und der Innenhof hergestellt, über den Licht durch die Fenster kommen wird, und wodurch die Kirche wieder rundum sichtbar geworden ist.
Nur ist offenbar beim Abriss der Betonteile so viel Schutt in die vorhandenen Abläufe geraten, dass der Wasserpegel gegen 19 Uhr bis kurz vor die Schwelle der Unterkirche getreten war. Dank des sponatnen Einsatzes zweier Mitarbeiter der bei der Akademie tätigen Firma, die noch herbeieilten, konnte ein Loch in die betondecke geschlagen werden, durch das das Wasser in die Tiefgarage ablaufen kann, wo es für normale Wassermengen hinreichend Ablauf gibt.

8. Mai 2013

Langsam aber sicher verschwindet die Südfassade wieder hinter einem Gerüst. Bis auf zwei Stockwerke Höhe muss die Fassade von den Schäden und Verunreinigungen befreit werden, die entstanden waren, als sie vor 40 Jahren zugemauert worden war. Da die Fassade vor dem Bau der Akademie teilweise im Boden lag, gab es im unteren Bereich kein einfaches Bild, das wieder hergestellt werden könnte, sondern wird man wohl die Entscheidung treffen müssen, einen verputzten Sockel auf der Höhe der Unterkante der Fenster zur Unterkirche herzustellen, oberhalb dessen dann ein Ziegelmauerwerk gesäubert bzw. wieder hergestellt werden kann. Die Details werden derzeit noch mit dem Denkmalschutzamt abgesprochen; von diesem erhoffen wir uns eine Unterstützung bei dieser Maßnahme, die ein wichtiges Baudenkmal der Hamburger Neustadt wieder freilegt.

8. Mai 2013

Die gesamte Deckenkonstruktion, die Tonne und die Kuppel, ist ein Drahtputz, eine so genannte Rabitzdecke. Der Drahtputz hängt mit unzähligen Drähten an dem Stahlbeton der Dachkonstruktion (libkes Bild). Aus akustischen Gründen soll jetzt am Umlauf der Decke ein zusätzlicher, schallschluckender Putz angebracht werden. Dazu werden neue, zusätzliche Abhängung in den Randbereichen angebracht (Bild 2).

10. Mai 2013

Eigentlich war dieser Freitag nach Christi Himmelfahrt ein Brückentag, an dem kein ordentlicher Handwerker zur Verfügung steht. Aber die Zeit drängt. In wenigen Tagen muss das Aufmaß für die neue Treppenanlage geschehen und dafür braucht es den Unterbau. Dank an die Leute, die deswegen trotz Brückentag angerückt sind und in acht Stunden die letzten Steine aufgemauert haben.

 

13. Mai 2013

Eine wichtige Frage ist noch offen. Wie wird die Südfassade gestaltet? Dabei geht es nicht nur um die "Funktion", die Eingänge zur Unterkirche offen zu halten und einen Treppenaufgang zur Kirche zu schaffen. Es geht auch darum, eine überzeugende (und finanzierbare) Lösung dafür zu finden, wie ein weit über dem neuen Innenhof liegendes Portal "geerdet" werden kann, ohne eine massive Treppenanlage zu schaffen. Bei diesen Diskussionen sind die Architekten sowohl vom Kleinen Michel wie von der Akademie beteiligt, außerdem die Denkmalschutzbehörde. Das Bild zeigt eine Skizze, die zwischenzeitlich bei einer Diskussion zu Papier geworfen wurde. Die beiden Bilder zeigen die Südfassade 1973 beim Bau der Katholischen Akademie und jetzt; in der Zeit dazwischen war die Fassade von der Akademieseite her zugebaut.

 

14. Mai 2013

Das Muster, das die Firma Villa Rocca aus Freiburg/Breisgau geschickt hat, sieht perfekt aus. Nach den Angaben des Estrichlegers soll Villa Rocca die Stufenanlage in ganzen Stücken gießen. Da die Stufen deutlich härter sein müssen als der flache Boden, ist die Zusammensetzung des Materials nicht mit dem Boden identisch, und bedarf es einiger Kunstfertigkeit und Erfahrung, dieselbe Wirkung in Farbe, Flächigkeit und Materialität zu erzeugen. Das Bild zeigt das Muster für die Treppenstufe mit einer eingelassenen Messingschiene (was helfen soll, die Stufen besser zu sehen und nicht darauf auszurutschen) und links darunter das Muster für den Estrich mit einer Silikon-Fuge, in die ein ebenfalls unbeandeltes Messing für die Fugen umschließen soll.

16. Mai 2013

 

Drei Standorte wird der Tabernakel in den 60 Jahren seiner Existenz bald erlebt haben.

Im Bild Mitte sieht man den Schlosser, der den Tabernakel verlädt, um ihn in der Werkstatt zu überarbeiten. Rechts eine Kollage in schwarz-weiß der drei Standorte des Tabernakels seit 1955.

16. Mai 2013

Vorrübergehend wird nun auch die West-Fassade eingerüstet. Die Fassade selbst ist in Ordnung, auch das Dach muss nicht gemacht werden. Aber um das große Fenster im Westen auswechseln zu können, ist ein festes Gerüst unerlässlich. An den anderen Fenstern konnte mit einem Rollgerüst gearbeitet werden. Die mächtigen Scheiben der Rosette können aber wegen des Porticus darunter nur von einem festen Gerüst aus erreicht werden.
Zugleich dient das Gerüst dazu, an das Gesims des Turms heranzukommen, wo zumindest der Putz erneuert, vielleicht in diesem schmalen Streifen (siehe Bild) auch der Beton saniert werden muss.

27. Mai 2013

Nach den Regentagen der vergangenen Woche hat sich das Wetter etwas beruhigt und es besteht Gelegenheit, sich die Westfassade in Ruhe anzusehen. Das Gerüst musste wegen der Fensterrosette und der Betonschäden am Turmkranz aufgebaut werden - aber wenn wir schon dabei sind, werden wir auch die erkennbaren Risse, die sich im Laufe der Zeit gebildet haben, ausbessern. Wie dilletantisch das in der Vergangenheit zwischendurch einmal gemacht worden war, erkennt man auf dem Bild rechts; offensichtlich hatte man da Risse ausgebessert und sich bei dem Fugenputz entweder keine Gedanken über die Farbe gemacht oder beschlossen, Schäden sollten dauerhaft sichtbar bleiben.
Gleichzeitig laufen die Arbeiten im Untergeschoss weiter. Brandschutztechnisch ist der Anschluss der Heizungskanäle nach oben der heikle Punkt. An jedem einzelnen Auslass, an dem künftig warme Luft nach oben in die Kirche geführt wird, ist eine Brandschutzklappe erforderlich, die aufwendig mit brandschutztechnisch hochwertigen Platten ("PROMAT-LS-Brandschutzbauplatten") eingekastelt werden muss (Bild links Detail, Bild mitte die Kanäle an der Nordseite im UG)

3. Juni 2013

Im Natursteinwerk Rechtglaub-Wolf in Lübeck werden die Steine beschnitten, aus denen der Künstler Tom Müllers den Altar und den Ambo für den Kleinen Michel gestaltet. Allein für den Altar wurde ein bald 12t schwerer Granit-Brocken aus dem schwedischen Schonen nach Lübeck geschafft und daraus der ca. 5t schwere Altar geschnitten. Der Altar, wie er auf dem Bild zu sehen ist, steht auf dem Kopf, weil unten eine Höhle eingefräst wird, in die die Reliquie des Heiligen Ansgar eingebracht werden kann.
Der Ambo wird in der Mitte einen Spalt haben, der bereits eingefräst, aber noch nicht heruasgebrochen ist. Außerdem muss noch die Öffnung eingefräst werden, in die man Bücher unter der Ablage ablegen kann.
Geplant ist, beide Teile Ende Juni im Kleinen Michel auf einen vorgegossenen Sockel zu stellen. Sie müssen an Ort und Stelle verbracht sein, bevor der Estrich im Kirchenraum gegossen wird, weil dieser die Belastung nicht tragen würde.

Die Schwierigkeit, das rechte Material zu finden, zeigt das unten stehende Bild:
Oben ist das Muster und Modell für den Ambo. In der Mitte ein Stein, für den sich der Bauherr entschieden hat. Unten ist eine Platte, die beim Zuschneiden des endgültigen Altares abgefallen ist und die zum Test mit zwei verschiedenen Imprägnierungen (beide enthalten keine Farbpigmente!) behandelt wurden; die linke konserviert den Stein, wie er aussieht, wenn er feucht ist. Der Vergleich macht deutlich: Naturstein ist immer ein Unikat und man wird erst nach dem Aufbau des Altares festellen können, mit welchem Imprägnat der Altar und der Ambo am besten behandelt werden.

 

4. Juni 2013

Nachdem die Akustikplatten an der Decke befestigt und die Kuppel ausgemalt sind, wurde jetzt damit begonnen, das Gerüst im Altarraum abzubauen. Gleichzeitig gehen die Arbeit mit den Akustikplatten weiter. Auch bisher waren unterhalb der Empore spezielle Platten zur Schallabsorbierung angebracht. Diese werden nach heutigem Stand der Materialtechnik ersetzt. Weitere Akustikplatten kommen unterhalb der sechs Fenster im Bereich des Umgangs. Auf diese Weise hoffen wir die Raumakustik wieder auf das Niveau von vor dem Umbau heben zu können.

Ein Besucher heute auf der Baustelle: Msgr. Wilm Sanders (Bild rechts), Pfarrer am Kleinen Michel von 1998 bis 2006 und uns bis heute u.a. durch die Kolpinggruppe verbunden.

 

5. Juni 2013

Die seit langem diskutierte Frage musste heute endlich entschieden werden: Sollen auch die kleinen, schlitzartigen Buntglas-Fenster im Turm und im Beichtzimmer wie die großen Fenster eine Außenverglasung bekommen?
Einiges spricht dafür: die Einheitlichkeit der Gestaltung, der Schutz der Buntglasfenster vor der Witterung. Dagegen sprach eigentlich nur die Frage, ob hinter einer Außenverglasung die filigrane Struktur der Buntglasfenster noch hinreichend zur Geltung kommen würde; diese Struktur gibt den Fenstern das 'gewisse Etwas', durch das sie den Turm und die Westfassade gliedern.
Schlussendlich haben wir das Bedenken, die Struktur der Fenster würde hinter einer Außenverglasung nicht hinreichend sichtbar sein, gegenüber den anderen Argumenten zurück gestellt.
In den beiden Bildern sieht man das außenverglaste Feld links oben aus verschiedenen Winkeln. Von der Seite spiegelt das Glas, aber es bleibt doch der Eindruck eines strukturierten Fensters.

8. Juni 2013

Der Einbau der Fenster geht gut voran. Bislang wurden sechs Fenster durch Ziehen an langen Ketten geöffnet; um sie zu schließen musste man sie weit schwingend zufallen lassen. Ein früher übliches Verfahren, das aber der Fensterkonstruktion nicht sonderlich gut tut. Durch die neue, zusätzliche Außenverglasung ist dies aber nicht mehr möglich. Die neun elektrischen Fensteröffner sind erstaunlich dezent und ermöglichen es, nicht nur nach Weihrauchgebrauch per Stoßlüftung die Luft zu erneueren, sondern auch in Abstimmung mit der Heizungsanlage ein optimales Raumklima durch automatisches Öffen und Schließen zu erreichen (Bild links der kleine Balken über dem linken, oberen Fenster).
Während die Gerüste abgebaut werden, kommt der Innenraum mehr und mehr zum Vorschein (Bilder unten) und offenbart sich in seiner neuen Eleganz und Weite. Die schallabsorbierenden Flächen, die an den Außenseiten umlaufen, passen sich gut der Deckenstruktur an, auch wenn durch diesen Einbau an einigen Stellen jetzt augenfälliger geworden ist, dass die Linien alle nicht ganz gerade verlaufen (Bild oben Mitte).
Unerfreuliche Erkenntnisse haben sich am Gesims des Turmes ergeben. Hier ist nicht nur die Farbe abgeplatzt - das war bislang von unten zu sehen, sondern sind die Anker, die das Gesims an den Turm binden, teilweise so stark verrostet, dass sie ausgetauscht werden müssen (Bild oben rechts).

11. Juni 2013

Bei einem Treffen mit Tom Müllers, dem Künstler, der den neuen Altar und den Ambo für den Kleinen Michel beiträgt, wurde noch einmal ausführlich über das Material gesprochen, aus dem beide Teile gefertigt sind, nachdem Fragen aufkamen, weil der "Bjärlöv"-Stein aus Schweden deutlich weniger rot-Pigmente aufweist, als ursprünglich erhofft. Ein Wichtiges Ergebnis ist, dass durch eine stärkeres Schleifen der horizontalen Oberflächen die Farbpigmente des Steins noch etwas stärker als bisher zur Wirkung kommen sollen.
Tom Müllers hatte in dem ursprünglichen künstlerischen Wettbewerb kleine Modelle für den von ihm entworfenen Altar und Ambo eingereicht. Diese geben Gelegenheit, jetzt schon mal die Predigt an schwedischem Granit zu üben (Bild).

14. Juni 2013

Heute früh hat die Firma Schubert das erste Downlight (Deckenstrahler) in der Kirche montiert und auch gleich einmal angeschlossen. An diesem regnerischen Morgen waren die Lichtverhältnisse so, dass eine wichtige Frage sich positiv beantwortet hat: Würde man durch das Streiflicht der Downlights die Unebenheiten an den Wänden so stark sehen, wie dies bei dem Test der Fall war, als wir vom Gerüst aus ein Licht an die Wand geworfen haben. Der Eindruck von heute früh: Das feste Downlight ist weit genug von der Wand entfernt, um diesen unangenehmen Effekt nicht auftreten zu lassen.

17. Juni 2013

Im Innenraum der Kirche laufen die letzten Vorbereitungen für die Installation der Fußbodenheizung und dem Anschließenden Einbringen des Estrichs. Die Fenster an der Südseite wurden mit Pappe verhängt, weil der Estrich gleichmäßig austrocknen muss und daher keine gezielte Sonneneinstrahlung verträgt. Gleiches wird noch, bevor auch auf der Empore das Gerüst abgebaut wird, mit der Rosette im Westen geschehen.
Die Elektriker verlegen Schienen auf dem nackten Beton, in die die Kabel gelegt werden, die an verscheidenen Stellen der Kirche nach oben kommen sollen. Bei dem zweiten Bild von rechts sieht man anhand des Knicks in der Mitte der vorderen Schiene übrigens deutlich, wie uneben der vorgefundene Boden ist. Bevor hier Estrich gegeossen werden kann, müssen erst solche Unebenheiten gemildert werden.

17. Juni 2013

In der Tür zum Beichtzimmer wurden 1977 zwei Buntglasfenster verarbeitet, die aus der Kapelle der Schwesternkommunität stammen, die früher am Kleinen Michel war, dort, wo jetzt die Katholische Akademie steht. Sie zeigen die Hl. Elisabeth von Thüringen und -möglicherweise - den Hl. König Ludwig IX. von Frankreich. Vor der Sanierung des Pfarrhauses vor sieben Jahren hingen dort als Dekoration zwei weitere Fenster, die aber als verschollen galten. Jetzt sind sie in einer unteren Kammer der Sakristei wieder aufgetaucht und sollen statt des geometrischen Motivs, das überall sonst in der Kirche die Buntglasfenster bestimmt, in die beiden schmalen Fenster in der Beichtkapelle eingebracht werden. Das Bild zeigt die Buntgalsfenster, die die Heiligen Josef und Maria zeigen, locker vor die vorhandenen Fenster gestellt.

18. Juni 2013

 

 

 

 

 

 

Da wegen der Montage des Fensters auch an der Westfassade ein Gerüst steht, nutzen wir die Gelegenheit, um die Ziegelsteine auszuwechseln, die gerissen sind - vermutlich im Zuge des Sielbaus 1997, als die Stadt Hamburg ein großes Mischwassersiel unter der Kirche hindurch gezogen hat.
In der Kirche hat die Fa. Sommerfeld mit der Vorbereitung des Bodens begonnen. Der Beton wurde noch einmal gesäubert und abgeschliffen. An einigen Stellen ist dabei die viel zu weit an der Oberfläche liegende Armierung zum Vorschein getreten (zweites Bild von rechts). Hier muss Beton nachgegossen werden. Ansonsten wurde damit begonnen, den Boden zu grundieren und mit Quartzsand abzustreuen (Bild rechts außen).

20. Juni 2013

Gestern kam die Lieferung der Firma "Villa Rocca" aus Freiburg. Dort sind in den letzten Wochen vor Ort die Teile der Stufenanlage für die Altarstufen des Kleinen Michel gegossen worden. Sie sind aus einem härteren Material als der restliche Fußboden, wurden aber in Oberflächenwirkung und Farbe sehr gut auf den geplanten Estrich abgestimmt.
Mit dem eigenen Kran wurden die Teile vom Lkw gehoben und auf Hunte gelegt, mit denen sie in die Kirche geschoben werden konnten. Dann werden sie mit einer Seilwindenanlage einzeln aufgenommen und an die Position gebracht, an der sie schließlich befestigt werden sollen.
Außer den Stufen werden nur die Bodenplatten für Altar und Ambo in dieser Weise verlegt.

25. Juni 2013

In der neuen Woche gehen die Arbeiten zügig weiter. Die Südfassade muss noch von einigen Verunreinigungen gesäubert werden, die durch den Anbau der Akademie entstanden waren. Ganz werden die Spuren nicht zu verbergen sein. Die Portale vom Kleinen Michel sind im Norden und Westen außen mit Messing beschlagen, innen ist das Holz naturbelassen und wird jetzt überarbeitet. Dabei stellt sich heraus, dass wohl stellenweise sehr billiges Furnier verwendet wurde. Auch wird es wohl kaum gelingen, die Türen wieder ganz gerade zu bekommen, nachdem sich das Holz im Laufe der Zeit verzogen hatte.
Die Schleifen der Fußbodenheizung wird im Bereich der Bänke in vorbereitete Schalen gelegt. Diese laufen längs mit der Richtung des Kirchenschiffes und werden kurz vor der Stufenanlage nach unten geführt.

 


Das große Ereignis des Tages aber war, dass im Beisein des Künstlers Tom Müllers die von ihm gestalteten Altar und Ambo aufgestellt wurden. Allein der Altar wiegt rund fünf Tonnen und musste von Spezialisten langsam über den Kirchenboden und über eine eigens konstrukierte Anlage auf das Niveau der Stufen angehoben und an seinen endgültigen Ort gebracht werden. Anschließend hat der Elektriker von unten einen Zugang zur Kammer im Inneren des Altars gebohrt, um eine Beleuchtung der Reliquienkammer vorzubereiten.

 

3. Juli 2013

Auf der Baustelle ist nicht mehr so viel Lärm, aber es sind mehrere Firmen zu Gange. Die Schlosser montieren die Messingschienen, zwischen die die Flächen des Estrichs ab kommender Woche gegossen werden sollen. Die Schreiner bessern die Türen aus; die Werkstatt Schödel in Oldenburg hat die zu dem Zweck ausgebauten Türen vom Südportal mitgenommen, um zu reparieren. Die Maler legen letzte Hand im Vorraum und lackieren die fertigen Türblätter neu. Die letzten Reinigungsarbeiten und die Auswechslung der letzten durch den früheren Akademie-Anbau beschädigten Türen künden das Ende der Arbeiten an der Südfassade an; dort kann jetzt bald das Gerüst abgenommen werden, damit im Juni der Untergrund und im Juli eine neue Treppe zum Südportal gebaut werden können. Dazwischen ist der Elektriker emsig, die letzten Pendelleuchten aufzuhängen. Die oben Bilder zeigen die Fußbodenheizung.

Mit den Schwestern vom Karmel in Finkenwerder haben wir Kontakt aufgenommen, um ein möglichst passendes Altartuch für unseren neuen Altar zu bekommen. Gedacht ist an einen einfachen, etwas gröberen weißen Leinenstoff, der die Bruchkante vorne und hinten sichtbar lässt und an den glatten Seiten in doppelter Länge der Dicke des Steinüberhangs hängt. Die Bilder unten zeigen die Jesuiten Hollweck und Mrosko in Beratung mit Frau Grunwald aus der Gemeinde.

4.Juli 2013

Manche Entdeckung hinterlässt sprachloses Staunen. So die nähere Untersuchung der Weihwasserbecken. Sie sind in Marmor gefertig und stammen möglicher Weise sogar aus der Vorkriegskirche. Sie sollen auf jeden Fall erhalten bleiben; eine Abplatzung könnte ja ein Kriegsschaden sein und somit eine hilfreiche Erinnerung, dass auch die Taufe, auf die das Weihwasser verweist, nicht aus der Welt und ihrer Gewalt herausnimmt.
Die eine Gewalt wäre aber vermeidbar gewesen: Vermutlich, weil sich in den Becken Kalk abgesetzt hatte, ist irgendwann irgendwer (Pfarrer, Küster oder eifriges Gemeindemitglied??) hingegangen, und hat die Becken von oben freihändig mit billigem Lackspray aus dem Baumarkt besprüht. Es sieht so aus, als sei dies das selbe Spray, mit der das angelaufene Silber der Ewig-Licht-Ampel aus dem 18. Jahrhundert kaschiert werden sollte. Dort hat die Restaurierung mehrere Tausend Euro gekostet. Hier an den Becken versuchen wir es mit viel Fleiß, "Schmutz-Radierer" (A) aus dem Drogeriemarkt und Zahnprotesenreiniger (B). Zumindest eine Stelle am Rand (C) konnte damit schon gesäubert werden.

4. Juli 2013

Schlechte Nachrichten. Sehr schlechte Nachrichten hatte Restauratorin Antonia König aus Stellingen für uns. Der Befund ist deutlich schlechter als bisher bekannt und erwartet.

Der Reihe nach: Die Figuren der Muttergottes mit Kind und des Heiligen Ansgar stammen aus dem Jahr 1854. Auch nach heutigem Maßstab sind sie hervorragende, sehr feine Arbeiten. Offenbar hatten sie ursprünglich eine Farbfassung, diese war aber deutlich dezenter als zuletzt die der Ansgar-Statue. Es gibt schwarz-weiß Bilder von 1925, die vermutlich die Figuren in ihrer Originalfassung zeigen.
Wir wissen derzeit noch nicht, ab wann die Figuren wieder aufgestellt wurden. Auf jeden Fall sind beide Figuren - vermutlich nach dem II. Weltkrieg - auf das schändlichste entstellt worden. Offenbar hat dem Zeitgeschmack die Farbfassung nicht mehr gefallen. Daher hat man die Farbe nicht etwa vorsichtig entfernt, sondern grob mit dem Meißel (selbst der Meißel war minderer Qualität, wie man noch an Kerben sehen kann) und mit Schleifpapier abgehauen und geschliffen. Dass dabei die feine Kontur der Figuren z.B. in den Gesichtszügen mit zerstört wurde, war offensichtlich egal. Das Ganze hat man dann mit einer Wachslasur überstrichen, die auch die dunklen Stellen heraushebt.
Wir konnten diesen Akt der Barbarei noch nicht datieren. Vielleicht fällt er mit der Aufstellung einer Statue des Hl. Josef zusammen, die im Stil der 50er Jahre in naturbelassenen Holz - nicht undschön! - gefertigt wurde. Möglich, dass man die anderen Figuren "angleichen" wollte. Vielleicht aber hat das auch schon sehr früh stattgefunden, denn nach der Überführung der Fatima-Madonna 1954 dürfte eigentlich kein Bedarf mehr an einer Madonnen-Statue bestanden haben. Auf jeden Fall wurde 1986 nur Ansgar restauriert. Immerhin ging dieser Restaurierung eine gründlichere Untersuchung voraus, auch wenn offenbar noch unbekannt war, dass die Figur von 1854 war (der Bericht schätzt 1865 bis 1900) und der Zusammenhang mit der Madonna ebenfalls unbekannt war. Bei der Restaurierung in den Hamburger Restaurierungswerkstätten Horst Junk von 1986 wurde auf jeden Fall nach den Farbresten, die gefunden worden waren, eine neue Farbfassung erstellt, die aber einerseits viel zu kräftig ausfällt und andererseits zu wenig die Folgen der Abschabungen berücksichtigt, die vor allem das Gesicht entstellen.
Jetzt haben wir also eine verschlimmbesserte Restaurierung der entstellten Ansgar- Figur und eine entstellte Madonna mit Kind. Die ursprüngliche Fassung ist nicht mehr herzustellen, weil weite Teile der filigranen Oberfläche zerstört wurden. Am sinnvollsten wäre wohl, die Ansgarfigur von der Farbe und die Madonna von der Lasur zu befreien und dezent die ursprüngliche Farbigkeit wieder herzustellen. Kostenpunkt ca. 11.000 Euro - Geld das wir nicht haben. Schade, denn es sind wirklich immer noch wertvolle Figuren!
Die zweitbeste Lösung ist, die Figuren im Großen und Ganzen im jetzigen, historisch gewordenen Zustand zu belassen und nur mit leichten Eingriffen die Ästhetik der Figuren (insbesondere in den Gesichtspartien) zu verbessern. Das dürfte ca. 2.000 bis 3.000 Euro kosten; bislang hat ein Spendenaufruf erst knapp 1.000 € ergeben.
Übrigens müssen in jedem Fall ca. 600 € aufgewendet werden, die Figuren zu entgiften, weil sie irgendwann mit einer hochgiftigen Chemikalie behandelt wurden, die zwar sicher erfolgreich alle Würmer in den Holzwurmhimmel befördert hat, aber auch für Menschen gefährlich ist, die die Figuren berühren oder gar daran arbeiten.
Sollten nicht unverhofft mehrere Tausend Euro auftauchen, werden wir wohl bestenfalls die zweitbeste Lösung realisieren können.

8. Juli 2013

In dieser Woche hat die Firma Sommerfeld aus Nidderau in Hessen das Kommando im Kleinen Michel übernommen. Ihre Mitarbeiter werden in dieser Woche den Estrich gießen; die restlichen Wochen des Juli werden dann gebraucht, damit der Estrich in Ruhe austrocknen und abgeschliffen werden kann.
Heute wurden zunächst Dämmplatten in den Bereichen verlegt, in denen keine Fußbodenheizung liegt. Dies gibt die Möglichkeit, grobe Niveauunterschiede etwa im Bereich der Nordwand etwas auszugleichen. Das Bild rechts zeigt die letzte Fläche, in die der Estrich gegossen wird, vor dem Aufgang zur Empore. Hier wird der Niveauunterschied dazu führen, dass eine Schräge entsteht; immerhin konnte so eine Stufe vermieden werden, was bei den bis zu 4 cm unterschiedlichen Höhen sonst unumgänglich gewesen wäre.
Der Estrich ist in Felder unterteilt, die den ganzen Boden strukurieren. Für die Fugen wurden in den letzten Wochen Messingschienen montiert. Auf dem Bild sieht man Frau Sommerfeld, die die Schienen mit einem Moosgummi beklebt, an den der Estrich angegossen wird. Am Schluss, wenn der Estrich eingebracht sein wird, wird dieses Moosgummi oben abgeschnitten werden und der Bereich zwischen Estrich und Messing mit Silikon abgespritzt.

9. Juli 2013

Ab jetzt sehen wir rot! Der Estrich wird seit heute gegossen:

Auf dem Hof: Der Estrich wird angemischt Walter Sommer vom Bauausschuss sieht rot! Die Estrichmasse wird über einen Schlauch in die Kirche gepumpt... ... und muss innerhalb von 60 bis 90 Minuten glatt gestrichen sein, weil er dann aushärtet.

ein Filmchen auf You-Tube dazu.

11. Juli 2013

Der alte Fliesen-Boden konnte nur im Bereich des Eingangs, der Beichtkapelle und des Turmaufgangs erhalten bleiben, weil im Hauptraum eine Fußbodenheizung intstalliert und der Chorrauma von sechs auf die ursprüngliche Höhe von drei Stufen zurück geführt wurde. Deswegen soll neben der farblichen auch eine symbolische Verbindung zwischen Alt und Nezu bestehen: Im Bereich, in dem künftig das Taufbecken stehen wird, wurden kleine Stückchen der alten Fliesen in den neuen Estrich eingestreut. Aufmerksame Augen werden sie dort künftig entdecken können.

   

18. Juli 2013

Die Baustelle ruht bis Ende des Monats, damit der Estrich langsam und gleichmäßig austrocknen kann. Die Fenster wurden im Süden, Westen und Osten verhängt, um punktuelle Sonneneinstrahlung zu verhinderm, die zu Rissbildung führen könnte. Aus dem selben Grund sollen die Türen verschlossen bleiben und Luftzug vermieden werden.

29. Juli 2013

Heute fand in Paris im "Cercle de l'Union Interalliée" ein Treffen von P. Löwenstein mit Charles Antoine Andréa de Nerciat (*1941), dem Sohn von Generalkonsul Robert Andréa Baron de Nerciat (1901-1996, auf dem Bild zusammen mit seiner Frau 1952 bei der Grundsteinlegung), statt. Der Vater hatte 1952 die Hälfte der Gelder organisiert, mittels derer nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg der Kleine Michel wieder aufgebaut werden konnte. Weil die Sanierung vor allem darauf zielt, diesen ursprünglichen Stil der Kirche wieder erlebbar zu machen, stellen wir Nachforschungen an, wie und warum es zu dieser Initiative des Generalkonsuls de Nerciat kam, und was den Architekten zu der Ausführung im Konkreten veranlasste.
Es erhärtet sich die Hypothese, wonach die Mittel zum Wiederaufbau aus offiziellen oder semioffiziellen Mitteln stammen, die dem Hohen Kommissar Frankreichs im besetzten Deutschland zur Verfügung standen. Auch der in der damaligen Korrespondenz verwendete Begriff „Kredit“ legt das nahe. Das würde bedeuten, dass sich ganz sicher Hochkommissar André François-Poncet das Projekt zu eigen gemacht hat, denn er allein verfügte über Gelder, die nicht im Einzelnen in Paris nachgewiesen werden mussten. Ein ausführlicher Brief vom Juli 1955, mit dem sich François- Poncet, mittlerweile als Botschafter, über die Einweihung des Kleinen Michel berichten lässt, belegt, dass er involviert oder zumindest interessiert war. Es könnte sein, dass die unverhofft bis 1952 dem Hohen Kommissar in voller Höhe zur Verfügung stehenden Mittel aus den Besatzungsgeldern den französischen Diplomaten die Möglichkeit gaben, die Finanzierung des Neubaus anzustoßen.
Von den etwa 800.000 DM Baukosten wurden über das französische Generalkonsulat in Hamburg 1952-1954 270.000 DM beigetragen. In 1955/56 sind nochmals 101.132,30 DM hinzu gekommen; eine erhebliche Summe, zumals damals. Baron Charles Antoine de Nerciat hat darüber hinaus eine vage Erinnerung, dass sein Vater aus privaten Mitteln für die Anschaffung der Kirchenbänke eine Spende gegeben oder diese vollständig finanziert habe.
Sicher werden die weiteren Untersuchungen noch genauere Erkenntnisse zu Tage fördern, insbesondere, inwieweit sich die Motive für diese Aktion zur Finanzierung in der Symbolik der Architektur widerspiegeln.

30. Juli 2013

Der Kleine Michel wird wieder die Gestalt haben, die der Architekt Jean-Charles Moreux ihm 1952 geben wollte. Was aber waren seine Intentionen? Was sollte diese für die 50er Jahre so völlig ungewöhnliche Architektur?

Die eine Spur ist offensichtlich: Durch den Klassizismus verweist Moreux auf die Franzosenzeit in Hamburg. Denn das waren nicht nur entbehrungsreiche Kriegs- und Besatzungsjahre. Vielmehr hat Frankreich das Rechts- und Wirtschaftssystem in den wenigen Jahren grundlegend modernisiert, in denen Hamburg erst französisch besetzt war und später mit dem Departement Unterelbe sogar mit einem "Departement der Elbmündungen" zu Frankreich gehörte. In dieser Zeit wurde in Hamburg die Religionsfreiheit durchgesetzt und der Kleine Michel (zwangsweise) katholisch.
Die Entscheidung 1952, den Kleinen Michel klassizistisch wieder aufzubauen ist also die Einladung, im Blick zurück nicht nur Krieg und Zerstörung zu sehen, sondern auch die gemeinsamen Werte, die durch den Klassizismus symbolisiert werden.

Der zweite Hinweis, den Moreux geben wollte, wurde aus Kostengründen nicht mehr realisiert. Das ist eines der ersten Ergebnisse unserer Nachforschungen im Nachlass von Moreux, der im "Centre d'archives d'architecture du XXe siècle" in Paris aufbewahrt wird. Moreux wollte ein Westfenster, das an die Rosetten romanischer Kirchen in Burgund erinnert. Dies ist im Nachlass durch Photos, Zeichnungen und einen Brief gut dokumentiert ("mentionner dans la future notice de l'église que sa rosace est la reproduction d'une rosace bourguignonne du XIIème siècle").
Moreux war entsprechend unfroh, als dieses Fenster aus finanziellen Gründen nicht ausgeführt werden konnte. Wir aber verdanken diesen Texten den Hinweis auf das Burgund des XII. Jahrhundert. Schon vor einigen Monaten hatte uns Prof. H. Hipp darauf aufmerksam gemacht, dass der Kleine Michel eine Raumkonzeption verwirklicht, die typisch für Kirchen im Burgund des XII. Jahrhunderts sind: Eine klare Saalkirche, die sich im Osten mit einem weiten Bogen zu einer Apsis öffnet, der aber von zwei kleineren Bögen oder Durchgängen flankiert ist (vgl. die fünf Bilder romanischer Kirchen in Burgund). Tatsächlich fand sich im Archiv in Paris, dass die erste Zeichnung überhaupt, die Moreux nach dem Grundriss für den Kleinen Michel anfertigte, eine solche Ansicht des Chorraumes bietet (Bild links neben der aktuellen Ansicht). Dieser Grundtyp einer "Passagenkirche" (Volker Konerding) könnte abhängig sein von der im XI. Jh. entstandenden Kapelle "Notre-Dame de l'Infirmerie" in Cluny, da die Passagenkirchen fast durchgängig auf Gründungen von Cluny zurückgehen. Da die Grundmauern dieser Kirche in den letzten Jahren vor dem Bau des Kleinen Michel ausgegraben worden waren, und Moreux als Autor eines Standardwerkes über Architekturgeschichte sicher darum wusste, ist es nicht abwegig anzunehmen, dass er beim Entwurf des Kleinen Michel genau auf diesen Typ "Passagenkirche" und damit auf Cluny verweisen wollte. Das ergäbe vor allem deswegen Sinn, weil mit dem Stichwort Cluny ein inhaltliches Programm verbunden wäre: die Erneuerung des Christentums, wie sie vor tausend Jahren von Cluny aus das gesamte Abendland erreichte, war auch das Ziel des Europäischen Versöhnungsprozesses nach den Verwüstungen der ersten Hälfte des XX. Jahrhunderts. Dass die nach dem II. Weltkrieg gegründete Deutsch-Französische Gesellschaft in Hamburg "Cluny-Gesellschaft" heißt, passt dabei ebenso in's Bild wie die Tatsache, dass die französische Finanzierung mit der Aufnahme von Bernhard von Clairvaux als Co-Patron des Kleinen Michel verbunden wurde, also dem zweiten großen Erneuerergestalt des Christentums des XII. Jahrhunderts (die ersten Plänen titelt Moreux sogar nur "Saint Bernard").

1. August 2013

Der Kleine Michel entrüstet sich - die letzten Gerüste fallen und der Eröffnungstermin strahlt voraus!

5. August 2013

Nachdem am vergangenen Samstag bis zum Abend die Arbeiter damit beschäftigt waren, den Estrich einzupflegen, konnten heute die ersten Bänke wieder zurück gebracht werden. Sie wurden in den vergangenen Monaten in einer Schreinerwerkstatt in Oldenburg komplett überholt, mit neuen Schallabsorberplatten unter den Sitzflächen versehen und neu lackiert. Jetzt strahlen sie wieder in altem Glanz. Morgen kommen die letzten Bänke mit weiteren Lieferungen und dann werden sie mit Stahlstiften im Fußboden fixiert, damit sie nicht verrutschen.

 

6. August 2013

Ärgerlich. Die Wände bei Lichte betrachtet sind doch an vielen Stellen durch die Bodenarbeiten verschmutzt worden. Insgesamt hat sich vor allem Staub vom Abschleifen des Estrichs abgesetzt, auch wenn die Schleifmaschienen deswegen eigentlich eine extra Absaugung hatten. Erste Ideen (und Versuche) die Stellen zu überstreichen überzeugen wenig: Viel Aufwand und am Schluss sieht man doch, wo neue Farbe ist. Alle Wände neu streichen ist auch kein Gedanke, der Freude aufkommen lässt. Statt dessen hat sich ein Abstecher zum örtlichen Drogerie-Markt bewährt: Dort gibt es die Mittel, mit denen man erfolgreich ist, die erprobte Staubtücher für den lockeren Estrichstaub und "Schmutzradierer" für die richtig schmutzigen Stellen. So bleiben nur wenige Flächen, die wirklich neu gestrichen werden müssen.
Zwischenzeitlich werden im Bereich des Chorumgangs die Vorbereitungen getroffen, um Akustikwände unter den Fenstern einzubauen. Diese sind geplant, um insgesamt eine gute, ausgewogene Raumakustik zu schaffen. Den Untergrund bilden Latten, an denen die Wände befestigt werden, und eine Art Noppen-Folie (siehe Bild).

7. August 2013

Es sind in diesen Tagen Kleinigkeiten, die uns in Atem halten, und großartige Erlebnisse, die uns motivieren.
Schwierigkeiten machen immer noch die beiden Seitentüren. Das Holzfurnier hat die Abbeize nichtz gut vertragen und es bleibt spannend, ob es bis zur Einweihung gelingt, die Türen in guten Zustand zu versetzen. Das Abbeizen war nötig, weil die wertvollen Holztüren weiß übermalt worden waren und in ihren ursprünglichen Zustand zurück versetzt werden sollen.
In diesen Tagen werden auch die Boxen montiert. Bei der Vorinstallation der Kabel in der Wand, wurde sorgfältig darauf geachtet, dass die Stromkabel von den Kabel mit den Audio-Daten gut getrennt in der Wand verlaufen (im Bild gelb markiert), um spätere Störungen der Audioanlage zu vermeiden. Jetzt, bei der Montage der Boxen erst, wurde klar, dass damit die Halterung für die Boxen nicht so angebracht werden könnte, dass sie ober- und unterhalb der Steckdosen sitzt und die Boxen dadurch die Dosen und Kabel verdecken. Der erste Versuch, sie einfach weiter rechts zu montieren (grün umrandet die Löcher), führten dazu, dass die hässlichen Kabel weithin sichtbar wären. Daher die Lösung, die Boxen ganz in die Ecke zu setzen und an der Stütze statt an der Wand zu befestigen. An der Südwand war das kein Problem. An der Nordwand sind aber genau da (rechtes Bild) zwei Altarsteine aus der alten Kirche zum Gedächtnis eingemauert worden; diese müssen jetzt erst versetzt werden.
Wir hoffen ganz zuversichtlich, dass die Steuerung für die Beleuchtung und die Audio-Anlage künftig benutzerfreundlich bleibt. Für die vielen, die ehrenamtlich in der Kirche beim Sakristeidienst helfen, soll ein einfacher, übersichtlicher Schaltkasten reichen (Bild rechts), der im Aufgang zur Empore angebracht ist. Dort sind bestimmte "Lichtszenarien" vorprogrammiert, wie "Werktagsmesse", "Abendveranstaltung", "meditativ" etc. Dagegen gibt es ein andere Tafel, an der die Leuchten beliebig gedimmt und kombiniert werden können. Um diese benutzen zu können, braucht es dann natürlich eine Einweisung.
Ein Highlight für alle war das nächtliche Treffen mit dem Elektroingenieur und den Elektrikern, um zum ersten Mal die Beleuchtung bei Nacht zu erleben. Die dimmbaren Pendelleuchten, die getrennt nach oben und nach unten strahlen, und die Downlights in dem den ganzen Kirchenraum umlaufenden Streifen erlauben vielfältige, stimmungsvolle Beleuchtungsszenarien.
Die Entscheidungsfrage des Abends war, wie hoch oder tief die Pendelleuchten hängen sollen. Je weiter oben sie hängen, desto besser die Sicht von der Empore - bei einer regelmäßig überfüllten Kirche kein unwichtiges Kriterium. Je tiefer sie jedoch hängen, desto weniger wird man unten geblendet und desto besser werden die Raumproportionen sichtbar. Schließlich wollen wir es mit 4,50 Meter über dem Boden probieren - 75cm Korrektur nach oben oder unten sind später noch möglich. - P.S. Die Wände wirken im Original nicht so weiß, wie auf dem Bild; zudem sind am Boden weiße Folien ausgelegt, um während der noch laufenden Arbeiten den Boden zu schützen.
Ein besonderes Beleuchtungsszenario mit schwach gedimmten Downlights soll abends und nachts auch bei geschlossener Kirche ein stimmungsvolles Bild des Kleinen Michel nach außen vermitteln (Bild rechts).

 

12. August 2013


Zu Beginn der neuen Woche wird weiter an den Schallwänden im Umgang gebaut. Die ersten Außenflächen sind dabei jetzt sichtbar; sie werden anschließ0end in der Farbe der Wände gestrichen, werden aber wegen des verschiedenen Materials sich doch von den anderen Wänden leicht absetzen.
Unter Hochdruck wird an den beiden Seitenportalen gearbeitet. Eigentlich hätte ja nur die alte Farbe abgebeitzt werden sollen; da diese aber auf Furnier aufgebracht war, stellt sich das ganze deutlich aufwändiger dar.
Hinter der rechten Bankreihe sind nun die ersten Lüftingsgitter sichtbar. Hinter den beiden Sitzreihen und unter den beiden Heiligenfiguren sind Gitter, über die Luft abgesaugt; vor den anderen Wandflächen werden Gitter montiert, durch die warme Luft zugeführt werden kann. Der Probelauf der Heizung ist für diese Woche geplant.
Die Firma, die bei der Anlieferung von Materialien die Stufen am Westportal beschädigt hat, ließ sich nicht mehr identifizieren; dennoch müssen die abgeplatzten Stellen ausgebessert werden. Auch einzelne, schon länger schadhafte Stellen werden bei der Gelegenheit repariert und die Stufenanlagen im Westen wie im Norden - soweit möglich - gereinigt. Ein Abschleifen der Steine ist nicht möglich; hier wäre die Gefahr von Abplatzungen zu groß.
Schließlich macht der Schaukasten an der Westwand sorgen. Geplant war nur, eine morsch gewordene Latte auszubessern. Jetzt hat sich herausgestellt, dass doch mehr Holzteile lange nass geworden waren und ersetzt werden müssen. Auch der Plastik-Untergrund des Schriftzuges ist gebrochen.

13. August 2013

Zusammen mit den Schlossern der Fa. Peschel wurden heute die Details für die Apostelleuchter und die Sockel für die beiden Heiligenfiguren diskutiert. Zum Glück konnten zu Details der Farb- und Oberflächengestaltung auch die Damen aus dem Pfarrbüro zu Rate gezogen werden....

Leuchter wie Figurensockel werden aus Metall gefertigt. Die Frage ist immer, wie "real" die Wirkung am Schluss sein soll - wie stark man also die Konstruktion sehen soll, oder ob es eher fein lackiert und damit eher "designmäßig" sein soll. Dazu kommen konstruktive Fragen. Auf dem Bild rechts sieht man auch eine Blumenvase, wie sie künftig in den Sockel der Figuren integriert sind, damit Besucher dort Blumen aufstellen können.

 

16. August 2013

Man könnte fast denken, die katholische Kirche legt auch bei der Auswahl der Steinmetze Wert auf Rechtgläubigkeit. Der Steinmetz Rechtglaub & Wolf genügt da höchsten Ansprüchen ;)

24. August 2013

Ein Fest bei dem sehr viele sehr viel kräftig mit angepackt haben. So haben wir den großen Einräumtag am Kleinen Michel erlebt. Es war in der Tat viel zu tun. Über 150 Stühle mussten aus dem Keller an's Tageslicht befördert und vom Staub der Umbauzeit befreit werden, um nun auf der Empore auf die Mitfeierenden bei der Einweihung zu warten. Die gesamte Sakristei musste ein- oder umgeräumt werden. Regale und Schränke wurden ausgewischt. Wandregale, Spiegel, Garderobenhaken und dergleichen wurden wieder an die Wände befestigt. Die Fensterschächte auf der Seite der Michaelisstraße mussten von jahrelang angefallenem Dreck befreit werden; dabei kam eine Kapsel zum Vorschein, die enthüllt, dass der Kleine Michel seit 2011 Ziel für Geocaching (eine Art elektronische Schatzsuche oder Schnitzeljagd) ist - und wir die Kapsel kaum in die nun einwandfrei sauberen Schächte hängen können.
Das Turmzimmer unseres Kirchenmusikers war bei der Baureinigung irgendwie übersehen worden und musste von dicken Staub- und Dreckschichten befreit werden, damit dort wieder Noten und Instrumente lagern können.
Richtige Knochenarbeit war der Transport der schweren Holzkisten, die bislang in der Tiefgarage standen und nun ihren Platz in einem hinteren Winkel der Kirche gefunden haben. Darin befinden sich Figuren und weniger wertvolle Kunst aus dem kleinen Michel, die jetzt keinen Platz mehr im Kirchenraum gefunden haben. Sie sollen dort die Zeiten sicher überdauern, damit spätere Generationen entscheiden können, ob sie sie nicht vielleicht doch aufstellen wollen.
Im Gemeindehaus wurden Schränke abgebaut und verrückt, um den neuen Material- und Kopierraum einrichten zu können. Hunderte von Gläsern und Tassen wurden im Vorfeld des Eröffnungfestes abgewaschen. Der Osterlicht- Ständer wurde von Wachsresten gereinigt und poliert.
Die Aufzählung ist sicher nicht vollständig und lässt ahnen, dass wir sehr froh waren, dass über 40 Leute mitgeholfen haben zwischen 10 und 14 Uhr all diese Arbeiten zu erledigen. Allen ein kräftiges: Danke Schön!

26. August 2013

Impressionen vom Tage: Über dem Altarraum hängt jetzt, ganz leicht nach vorne geneigt, das Barock-Kreuz, das wir als Leihgabe von den Frankfurter Jesuiten erhalten haben. - Die Schlosser der Fa. Jürgen Peschel montieren und stellen auf, was sie in der Werkstatt in den letzten Wochen gefertigt haben: Die 12 Apostelleuchter, die Altarraum-Leuchter, die Konsole für die beiden Figuren. - Gleichzeitig sind die Akustiker hoch konzentriert dabei, die Beschallungsanlage auf die 4 Sekunden Nachhall einzustellen. - Im Laufe des Tages werden die 14 Kreuzwegtafeln entlang dem Umgang um den Altarraum wieder monitiert.

29. August 2013

In vier Stunden war sie im Oktober 2012 aufgebaut und fertig eingerichtet. Noch weniger Zeit hat es jetzt gedauert, unsere Kapelle im Container wieder auszuräumen und abzubauen. Sie war nie geweiht gewesen, und so war es auch nur eine schlichte Heilige Messe mit sieben Mitfeiernden in der Früh, mit der wir Abschied genommen haben. Denn fast 11 Monate Eucharistie in so einem Raum verbinden sogar mit einem Container - bei aller Freude, ab kommender Woche werktags wieder in einer richtigen Kirche zu sein. Das verbliebene Weihwasser wurde nach alter Sitte unter die Rosen hinter der Kapelle/Container gegossen (Bild links). Am Sonntag wird uns der Erzbischof neues weihen.
Kleiner Wermutstropfen: Die deutsch-französische Firma algeco, die international viele solche Container als Baucontainer vertreibt, hatte uns ursprünglich Hoffnung gemacht, die Miete über Sponsoring zu erlassen. Es sah auch alles nach Vorprüfungen des Standortes gut aus, bis auf einmal die Meldung kam "so etwas" würde man nicht fördern. Schade eigentlich.

30. August 2013

Endspurt. Heute kamen die Heiligenfiguren zurück in die Kirche. Dank vieler Spender konnten sie restauriert und von den schlimmsten Folgen einer "Bearbeitung" aus den 50er Jahren befreit werden. Jetzt sind sie wieder sehr nahe an der ursprünglichen Fassung und harren des christlichen Volkes. Das Bild zeigt, dass auch Heilige (hier: Ansgar) vor solch einem Auftritt in die Maske müssen.
Ebenfalls heute wurden die beiden historischen Ikonen (Herz Jesu und Herz Marien) wieder über den Weihwasserbecken aufgehängt; die Verglasung zum Schutz ist neu. Schließlich wurde das Taufbecken gründlich überarbeitet. Leider ist die Haube noch etwas zu glänzend; kommende Woche wird noch eine weitere, aber matte Lackschicht aufgetragen.
Als letztes wird das Ewig Licht montiert, das ebenfalls grundlegend restauriert wurde.

18. Dezember 2013
Die Treppenanlage am Südausgang des Kleinen Michel konnte erst montiert werden, nachdem der Innenhof der Akademie fertig gestellt worden war. Ein Video zeigt, wie die vormontierte Anlage von der Michaelisstraße aus über das Dach des Kleinen Michel in den Hof gehoben wird.